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Kapitel 12 – Dorgon

Zivilisation. Dieses Wort war vielleicht das bedeutungsvollste für ein Intelligenzwesen. Die Zivilisation verband Wesen verschiedenster Herkunft. Sie war ein Garant für ein Leben in Würde, in Fortschritt und in Sicherheit.

Zivilisation bedeutete Dorgon.

Dorgon stand für Zivilisation. Für Fortschritt, für ein annehmbares Leben eines dorgonischen Bürgers unter den Gesetzen des Reiches, unter der schützenden Hand des Kaisers.

Das Universum war gigantisch. Selbst eine einzige Galaxie, so winzig im kosmischen Vergleich, war beinahe unvorstellbar groß. Die Distanz zwischen den Sonnensystemen war gewaltig. Zwischen den besiedelten Welten lag der dunkle, kalte Weltraum. Leer, einsam, verloren wirkend. Doch wer mit seinem Sternenraumschiff diesen unwirklichen Weg durchquerte und eine Welt des dorgonischen Imperiums erreichte, der durfte sich in Sicherheit wähnen. Der genoss den technologischen und gesellschaftlichen Fortschritt Dorgons. Er erlebte die mächtige, immer währende und moderne dorgonische Zivilisation.

Wo auch nur eine Raumstation des Reiches war, dort galten die Gesetze Dorgons. Dort konnte sich ein Bürger in Sicherheit fühlen.

Dorgon war eine Tradition in Form von Kultur, Muse, Liebe, Militär, Recht und Gerechtigkeit und immer währenden Fortschritts aus Jahrzehntausenden.

Was einst, vor vielen Jahrtausenden, in der ewigen Stadt Dom auf Dorgon seinen kleinen aber beständigen Anfang genommen hatte, erstreckte sich nun über die ganze Galaxis.

Stolz! Ehre! So fühlten echte Dorgonen.

Lasset uns den Stolz unserer Zivilisation weit hinaus ins Universum tragen. So wie es die Götter unter ATUM und DORGON wollten. Lasset uns die Primaten und Barbaren der anderen Sterneninseln kultivieren, auf das sie eines Tages zu mündigen Bürgern des Ewigen Reiches heranwachsen werden.

Hail Dorgon!

Hail dem Kaiser!

Codex A-VII für das kaiserliche Expeditionskorps. Mit dem Zusatz versehen: Lest diese Zeilen und ihr erinnert euch, weshalb ihr fern der Heimat mit Ehre und Stolz die Zivilisation Dorgons im Universum verteilt.

*

Jene Zeilen gehörten vielleicht zu den wichtigsten Informationen, die der camelotische Wissenschaftler Jan Scorbit zusammen mit dem Mausbiber Gucky aus einem Rechner der dorgonischen Konkubine Leslezia hatte erbeuten können.

Denn dieser Codex A-VII sagte viel über die Weltanschauung des Kaiserreiches Dorgon aus.

Doch nun zu einem anderen Thema: Die Mordred war geschlagen. An jenen schicksalhaften Tagen Ende September 1291 NGZ war es den Camelotern, Arkoniden und Ligaterranern gemeinsam gelungen, die gefürchtete Terrororganisation zur Strecke zu bringen.

Dem Terrorkrieg in der Milchstraße war vorerst ein Ende gesetzt. Doch noch immer schwebte die Gefahr durch das geheimnisvolle Kaiserreich Dorgon wie ein Damoklesschwert über uns allen.

Dank Gucky und dem terranischen Wissenschaftler Jan Scorbit wusste man ein wenig mehr über die Dorgonen.

Doch zuerst stand der Silberne Ritter Cauthon Despair im Mittelpunkt. Noch vor einem Jahr hatte Despair als Schrecken, als Geißel der Milchstraße und besonders Camelots gegolten. Nun war er maßgeblich an der Zerschlagung der Mordred beteiligt gewesen.

Was würde nun mit ihm geschehen?

Jaaron Jargon, September 1291 NGZ

Es war eine Ironie des Schicksals. Die Terrororganisation Mordred hatte über Jahre versucht, die Unsterblichenorganisation Camelot zu vernichten und war gescheitert. Ausgerechnet der Begründer selbst, versetzte Camelot Anfang 1292 NGZ den Todesstoß und informierte die übrigen Zellaktivatorträger über die Auflösung Camelots.

Am 16. Dezember 1291 NGZ war Perry Rhodan zum Terranischen Residenten gewählt worden, während Maurenzi Curtiz das Amt des Ersten Terraners übernahm. Nun war Rhodan wieder dort, wo ihn sich viele gewünscht hatten: An der politischen Spitze der Liga Freier Terraner. So sah er keine Notwendigkeit mehr für die Geheimorganisation und löste sie auf. Doch nicht jeder begrüßte diese Entscheidung. Monkey und Homer G. Adams waren entsetzt und schmiedeten ihre eigenen Pläne. Sie zogen Material und gut ausgebildete Männer und Frauen ab. Wohin auch immer. Niemand wusste es, doch musste man auch nicht wirklich besorgt sein. Was auch immer die Zellaktivatorträger planten, es war zum Wohl der Milchstraße. Dass sich die relativ Unsterblichen im Laufe der 3.000 Jahre auch mal stritten und für eine Weile ihre eigenen Wege gingen, das war nichts Besonderes.

Jedenfalls verschwand fast die Hälfte der camelotischen Mitarbeiter in den ersten Novembertagen mitsamt den Anlagen. Selbst die zurückkehrende GILGAMESH verließ Camelot mit unbekanntem Ziel. Rhodan ließ sie gewähren.

Wyll Nordment quittierte in diesen Tagen seinen Dienst und zog sich mit seiner Frau Rosan Orbanashol-Nordment vorerst von den Abenteuern zurück. Sie kauften sich eine kleine aber feine Villa in Chippewa Falls im beschaulichen Bundesstaat Wisconsin. Es gab Gerüchte, wonach die beiden mehr über den Verbleib von Homer G. Adams wussten. Ausgedehnte Urlaubsreisen quer durch die Milchstraße gaben diesen Gerüchten Nährboden.

Mir altem, armen Mann sagte man jedenfalls nicht, wo sich mein Freund Adams verbarg. Ab und an meldete sich der alte Kauz bei mir. Doch die Standartantwort auf meine bohrende Frage lautete: »Du schreibst das sowieso in deine Chronik und jeder weiß es sofort. Versprochen, eines Tages erfährst du es und wirst darüber exklusiv berichten können.«

Damit endete das Kapitel Camelot. Ein Teil der Unsterblichenriege befand sich wieder auf ihrer Heimat, der Erde. Julian Tifflor bekleidete fortan den Posten des Residenz-Ministers für LFT-Außenpolitik. Auch Reginald Bull und Gucky kehrten zurück.

Michael Rhodan lag in einem künstlichen Koma auf Mimas. Die anderen Zellaktivatorträger befanden sich in den Weiten des Kosmos. Atlan, Icho Tolot, Myles Kantor, Ronald Tekener und Dao-Lin-H’ay reisten mit der SOL fernen Galaxien entgegen.

Die Wahl Rhodans zum Terranischen Residenten war nicht überall auf Gegenliebe gestoßen. Die einen sprachen von der Renaissance des Faschismus, die anderen verteufelten Rhodan als pazifistischen Kommunisten. Wie auch immer, es war schwer, es jedem recht zu machen.

Jedenfalls versprach Rhodan den LFT-Bürgern und sich selbst, die kommenden Jahre dafür zu nutzen, sich voll und ganz der LFT zu widmen und einen starken wenngleich auch friedlichen Gegenpol zum Kristallimperium aufzubauen.

Freilich, er fand auch Befürworter. Joak Cascal und Sandal Tolk stellten sich mit der TAKVORIAN in den Dienst der LFT. Ebenso Xavier Jeamour geschlossen mit der gesamten Crew der IVANHOE. Der terranische Wissenschaftler Jan Scorbit hingegen, welcher zusammen mit Gucky auf dem dorgonischen Adlerraumschiff HESOPHIA wichtige Erkenntnisse über die Dorgonen erlangt hatte, schloss sich Monkey und Adams an.

So trennten sich die Wege vieler. Und einer profitierte von der Auflösung Camelots besonders: Cauthon Despair. Wo kein Kläger, da keine Klage.

Der galaktische Gerichtshof auf Mirkandol lehnte eine Anklage gegen Despair ab, da es offiziell nicht in der Gerichtsbarkeit lag. Despair hätte seine Verbrechen vornehmlich gegen Einrichtungen Camelots begangen, so sei es der Justiz von Phoenix überlassen, Anklage einzureichen oder zu erheben. Doch da Camelot sich auflöste, kümmerte sich niemand um Despair.

Im Gegenteil: In der Liga Freier Terraner und im Kristallimperium gab es jede Menge Fans des Silbernen Ritters, die seine Freilassung forderten. Despair wurde als Gefangener nun auf Terra eingebuchtet. Allerdings wurde er offiziell nur in Sicherungsverwahrung genommen, bis geprüft wurde, ob er an Verbrechen gegen die LFT beteiligt war. Das Desinteresse an einer Anklage gegen Despair war ungeheuerlich. Es wunderte mich doch sehr und immer wieder fragte ich mich, ob System dahinter steckte, während ich diese Zeilen in meinem Wintergarten in Siena schrieb. Draußen schneite es mal wieder.

Meine Nichte Nataly war zu Besuch. Sie war zu einer hübschen, jungen Frau herangewachsen. Doch ich schweife vom Thema ab. Es wurde gemunkelt, dass die LFT versuchte, Despair vor einer Verurteilung zu bewahren, da man durchaus Verwendung für ihn hatte. Perry Rhodan selbst hätte sich für Despair eingesetzt, nachdem das Galaktikum eine Anklage abgelehnt hatte.

Doch Cauthon Despair schien weitere, mächtige Verbündete zu besitzen. Eine Lobby aus einflussreichen Industriellen, allen voran Michael Shorne, und Militärs setzte sich für Despair ein. Waren sie vielleicht mit der Mordred eng verstrickt gewesen?

Jedenfalls hieß es unter verdeckter Hand, dass den Überlebenden von Sverigor, sofern sie Despair beim Galaktikum anklagen wollten, ebenso eine Anklage drohte und sie erst einmal beweisen mussten, dass sie nicht zur Korrektheitsbehörde gehörten. Meine Kontakte berichteten, dass mächtige Anwälte dahinter steckten, die einerseits von der Shorne Industry-Gesellschaft und auf der arkonidischen Seite von Uwahn Jenmuhs bezahlt wurden.

Es erschien im Februar 1292 NGZ immer unwahrscheinlicher, dass Despair jemals angeklagt wurde. Niemand schien sich noch großartig um die zwei Milliarden Opfer von Sverigor zu scheren. Im Gegenteil: Das arkonidische Kristallimperium hatte die Sverigen aufgrund ihrer Korrektheitsbehörde posthum als Imperiumsfeinde deklariert. In der LFT wurde zwar der Opfer gedacht und immer wieder über die Tragödie berichtet, doch die Schuld sahen die Terraner bei Wirsal Cell, den Dorgonen und der sverigischen Korrektheitsbehörde.

Mir war nicht wohl bei dem Gedanken, dass der angeblich geläuterte Cauthon Despair ohne Bestrafung frei kommen würde. Auch missfiel es mir alten linguidischen, terranischen und arkonidischen Narren, dass Perry Rhodan offenbar plante, mit Despair zusammenzuarbeiten, ihm eine zweite Chance zu geben.

Im März kam es dann doch zu einer Anklage vor dem Liga-Gerichtshof in New York. Despair wurde der Mittäterschaft für die Entführung der LONDON angeklagt. Ebenso wurde er für Vernichtungen auf Plophos, Imart und Olymp verantwortlich gemacht, die im Rahmen des Krieges gegen Camelot entstanden waren.

Ein Staranwaltsteam der Shorne Industries-Gesellschaft verteidigte Despair. Zwar wurde der Silberne Ritter im April für schuldig befunden, doch aufgrund seiner tragischen Jugend und seiner Bereitschaft zur Besserung, als auch seiner Hilfe bei der Zerschlagung der Mordred wurde er zu 50 Jahren Gefängnis auf Bewährung sowie Reparationszahlungen von 27 Milliarden Galax an die Geschädigten verurteilt.

Die SIG richtete auf Shornes Geheiß hin, einen Fonds für Despair ein und übernahm die Schadensersatzzahlungen. Der Name Michael Shorne war nun wieder in aller Munde. Die Medien fragten sich, wieso Shorne sich so für Despair einsetzte. Dabei inszenierte sich Shorne als Wohltäter, der jedem eine zweite Chance geben würde.

Abseits davon wurden acht Raumschiffe der NOVA-Klasse bereits seit September letzten Jahres für eine nahende Expedition in die Galaxie M100, Dorgon, vorbereitet.

Mit der Ankunft der SAGRITON Ende Mai 1292 NGZ nahmen die Dinge ihren Lauf…

Jaaron Jargon, Mai 1292 NGZ

Kapitel 11

Im September 1290 NGZ kam es zu einer Reihe von Anschlägen durch eine geheimnisvolle Terrororganisation, die sich selbst den Namen MORDRED gegeben hatte. In der Öffentlichkeit wurden diese gezielten Attacken differenzierter wahrgenommen, denn niemand – bis auf wenige Eingeweihte Regierungen – wusste, dass es sich um den gezielten Versuch handelte, Camelot und die Unsterblichen als galaktischen Machtfaktor auszuschalten. Die Büros der Organisation waren geheim, auch wenn natürlich einige Büros durchaus dem TLD und auch den arkonidischen Geheimdiensten bekannt waren.

So wurde offiziell den Bürgern eine ganze andere Geschichte serviert.

Bandenkrieg auf Imart lautete die Schlagzeile zur Vernichtung des dortigen Camelotbüros, welche von als Journalisten getarnten Agenten des Terranischen Ligadienstes verbreitet und von der galaktischen Journalie ungeprüft übernommen wurde. Es war kein rühmliches Kapitel des Journalismus, denn die Wahrheit wurde vertuscht.

Aus dem Angriff auf Olymp wurde ein schrecklicher Unfall auf einem Fabrikgelände.

Die Gataser empörten sich über einen rassistischen Angriff durch eine terranische Faschistenorganisation. Die LFT reagierte mit Bedauern, entschuldige sich und mahnte gegen terranischen Rassendünkel und terranische Selbstüberschätzung.

Der Angriff auf Zalit wurde nirgends erwähnt. Nur eine Fußnote schrieb vom Abriss eines veralteten Gebäudes und schrieb in dem Zusammenhang, dass zuvor zalitische Einheiten eine Übung durchgeführt hatten.

Die Toten auf Plophos wurden durch kriminelle Aktivitäten erklärt. Überall wurde vertuscht. Die LFT und ihre assoziierten Welten wollten nicht, dass bekannt wurde, dass es Camelotniederlassungen auf den wichtigen Planeten gab. Terra fürchtete einen Imageverlust dadurch, denn trotz der Annäherung in den letzten zwei Jahren, waren die Unsterblichen in Regierungskreisen offiziell immer noch nicht gerne gesehen.

Bei dem Kristallimperium liegt der Verdacht nahe, dass es die MORDRED schlichtweg gewähren ließen, um das Camelotbüro zu vernichten. Und so brauchten sich die Kristallagenten nicht selbst die Hände schmutzig zu machen.

Ein weiterer Grund für die Vertuschung war, dass weder LFT noch das Kristallimperium den Anschein erweckten wollten, Terroristen könnten frei schalten und walten. Besonders das Vertrauen in die Regierung Daschmagan war seit den Tolkander- und Dscherrokrisen arg ins Wanken geraten.

Eine Terrorwelle sorgte da nur für unnötige Panik. Obgleich ich aus vertrauensvollen Kreisen hörte, dass es durchaus Überlegungen gab, die Terrorakte öffentlich zu machen und Camelot die Schuld in die Schuhe zu schieben. Die Öffentlichkeit sollte annehmen, dass Camelot durch die bloße Anwesenheit schon Gefahr bedeutete. Allerdings war dieses Vorgehen letztlich verworfen worden. Daschmagan und Khan fürchteten die Reaktion der Bevölkerung, denn die Unsterblichen genossen inzwischen wieder größere Sympathie, nachdem sie schließlich maßgeblich die Gefahren durch Goedda und die Dscherro beseitigt hatten.

Es war viel politisches Kalkül im Umgang mit der MORDRED im Spiel. Letztlich hatten sich die Politiker dazu entschieden, das Ganze erst einmal vor der Öffentlichkeit geheim zu halten. Es war nur die Frage, wie lange das möglich war? Würde die MORDRED sich zu den Anschlägen bekennen, wäre die ganze Geheimhaltung umsonst gewesen. Doch offenbar wollte die MORDRED das nicht.

Die LFT hatte den restlichen TLD beauftragt, sich der Angelegenheit anzunehmen. Cistolo Khan persönlich überwachte die Operation.

Eines stand jedoch fest. Die Bedrohung der MORDRED machte die nächsten Wochen und Monate gefährlich für alle, die auch nur entfernt mit Camelot in Kontakt standen. Ich machte mir selbst auch meine Gedanken, ob ich sicher war oder nicht.

Die MORDRED war in die Offensive gegangen. Wir wussten, dass die MORDRED vor knapp fünf Jahren den fanatischen Sektierer Dannos mit Waffen und Söldnern versorgt hatte, um das Luxusraumschiff LONDON zu entführen. Camelotische Agenten hatten außerdem Verbindungen zwischen Prothon da Mindros und der MORDRED herausgefunden. Demnach hatte die MORDRED auch bei der Entführung der LONDON II ihre Finger im Spiel gehabt.

Doch nun hatte sie sich aus dem Schatten der Anonymität verabschiedet und Camelot mit aller Brutalität den Krieg erklärt.

Der Silberne Ritter Cauthon Despair lebte. Oh, ich erinnerte mich noch zu gut an die warmen Worte der Mashratin Ghaz Ala über ihren kleinen Helden Cauthon. Doch mit ihr war offenbar auch das Herz des auf Neles geborenen Cameloters gestorben.

Nun war Despair der wohl gefährlichste Feind der Unsterblichen in der Milchstraße.

Oktober 1290 NGZ

Die Lage bei der Unsterblichenorganistion Camelot war angespannt. Zwar hatte es nach Plophos keine Anschläge mehr auf Camelotniederlassungen gegeben, doch jeder wusste, wie trügerisch diese Ruhe sein musste. Diese war vermutlich nur ein taktisches Kalkül der MORDRED. Nach den Anschlägen auf Olymp und Plophos wurde jede Minute mit dem nächsten Anschlag gerechnet, Angst und Verunsicherung herrschten unter den Agenten und Mitarbeitern der Organisation.

Doch was war, wenn sich dieser Anschlag solange hinauszögerte, bis Nachlässigkeit unter den Mitgliedern eintrat? Vielleicht würde die MORDRED dann zuschlagen, wenn es niemand erwartete?

Ich selbst war vielleicht auch in Gefahr, denn ich stand in regem Kontakt mit Homer G. Adams. Ausgerechnet mein kleines, bescheidenes Domizil nahe Siena in Italien sollte als Konferenzort für ein Treffen zwischen dem saggittonischen Kanzler Aurec und Homer G. Adams auf der einen Seite und der Ersten Terranerin Paola Daschmagan und LFT-Kommissar Cistolo Khan dienen.

Aurec hatte auf diesem Treffen bestanden und Homer hatte den Ort vorgeschlagen, um mediales Aufsehen vermeiden. Als Termin war der 15. Oktober bestimmt worden. Seit dieser Zeit patrouillierten bereits mehrere TLD-Agenten umher, was wohl die Wichtigkeit unterstreichen sollte, die die Führung der LFT dem Treffen beimaß. Diese Maßnahme war umso bemerkenswerter, da ein Großteil der TLD-Mitglieder, samt ihrer Chefin, mit dem entsprechenden Tower durch das Heliotische Bollwerk verschwunden waren. Unter den Agenten, die für die Sicherheit der Konferenz sorgen sollten, befand sich mit Stewart Landry auch ein alter Bekannter. Daneben fiel mir auch eine grünäugige Schönheit mit dem Namen Sanna Breen auf. Sie erklärte, dass sie die persönliche Assistentin des LFT-Kommissars sei, der Glückliche …

So bereitete ich mich auf meinen bescheidenen Beitrag vor und freute mich, endlich auch den berühmten Aurec kennenzulernen.

Die Delegation aus Camelot bestand aus drei Leuten. Homer G. Adams, Wirsal Cell und der Saggittone Aurec. Sie erreichten meine Villa an den Hängen vor Siena gegen elf Uhr. Ich war froh, dass Nataly sich für diese Woche bei mir einquartierte, um mir zu helfen.

Meine Nichte war zu einer jungen, bezaubernden Frau von 20 Jahren herangewachsen. Sie trug ihr blondes Haar rücken lang und jeder Mann, der in ihre blauen Augen blickte, war sogleich entzückt. Wäre da nicht ihr aufbrausendes Temperament gewesen. Laut brüllte sie ihren armen Hund Pally zusammen, weil er sich selbstständig gemacht hatte. Nataly war der Auffassung, Hunde müssen einem strikten Training unterzogen werden. Nun ja, das arme Hündchen war offenbar im Begriff, nach preußischer Militärdoktrin erzogen zu werden.

Während ich die Gäste begrüßte, bereitete Nataly Kaffee, Tee, Kaltgetränke und belegte Brötchen vor. Homer kannte ich. Jeder, der sich mit der Geschichte der Milchstraße beschäftigte, dem war Homer G. Adams ein Begriff. Seinen Begleiter Wirsal Cell kannte ich noch nicht. Ein älterer, rundlicher Mann. Das schüttere, graue Haar war wirr und zerzaust. Dann war da noch der charismatische Saggittone Aurec. Er war etwas kleiner, als ich ihn mir vorgestellt hatte, doch sein charmantes, weltmännisches Lächeln und sein Auftritt zeigten mir, dass der junge Kanzler Saggittors das Herz am richtigen Fleck hatte.

»Es ist dein erster Besuch auf Terra?«, fragte ich Aurec.

Der Saggittone bestätigte.

»Ich habe viel von der Heimatwelt der Terraner gehört. Diese Gegend ist sehr schön. Sie erinnert mich an Saggitton.«

Wir saßen hier ungestört. Natürlich waren Wachmannschaften Camelots und des Terranischen Liga Dienstes um das Anwesen verteilt. Doch niemand wollte einen großen Staatsakt aus dem Treffen machen. Homer G. Adams berichtete, dass Wirsal Cell früher einer der Ausbilder von Cauthon Despair an der Raumakademie von Port Arthur gewesen war.

»Nun, Homer erhofft sich, dass ich die Psyche von Despair analysieren kann. Doch mein Kontakt mit ihm ist fast acht Jahre her. Cauthon war ein ehrgeiziger junger Mann, der mit den Zurückweisungen der anderen Schüler nie klargekommen war«, berichtete Wirsal Cell, während er mit zitternden Händen einen Tee trank.

Cell schien unter der ganzen Situation zu leiden. Vermutlich gab er sich die Schuld an dem Desaster. Ich hätte es auch getan, wenn einer meiner Schüler zu solch Verbrechen fähig wäre. Zumindest hätte ich mich gefragt, ob ich seinen Werdegang hätte vermeiden können. Homer G. Adams erklärte, dass sie alle Camelotbüros gesichert hätten. Niederlassungen auf weniger wichtige Welten hätten sie bereits gänzlich evakuiert. Dennoch lasteten die Verluste auf Imart, Zalit, Olymp, Gatas und Plophos schwer auf ihm.

»Die MORDRED spielt mit uns. Despair kennt die Koordinaten von Phoenix. Warum greift er uns nicht gleich an?«, fragte sich Adams.

»Entweder ist die MORDRED zu schwach dafür oder er spielt wirklich mit euch und will den Triumph auskosten«, vermutete Aurec. »Außerdem wissen wir nicht genau, ob Despair tatsächlich der Anführer der MORDRED ist«, fügte der Saggittone hinzu.

Der Angriff dieser Terrororganisation hatte Camelot – ja die ganze Galaxis – kalt erwischt. Perry Rhodan, Reginald Bull, Atlan, Gucky und Icho Tolot waren im Universum verstreut. Der Terranische Liga Dienst war seit der Transferierung des TLD Towers durch das Heliotische Bollwerk stark geschwächt. Sowohl die LFT als auch die anderen Machtgruppen der Galaxis litten noch immer unter den Attacken der Tolkander. Es war deshalb gut möglich, dass der Herbst 1290 NGZ schnell zu einem Winter werden würde.

Camelot ermittelte immerhin in alle Richtungen. Der Somer Sam war auf Stiftermann III, genauer gesagt zur BASIS unterwegs, um Hinweise beim organisierten Verbrechen über die MORDRED zu suchen. Die IVANHOE nahm zusammen mit Wyll Nordment und seiner bezaubernden Frau Rosan den ungastlichen Planten Mashratan unter die Lupe.

Die Sicherung der Camelotniederlassung auf diversen Welten wurde von Joak Cascal und Sandal Tolk auf der TAKVORIAN geleitet. Ich war ein wenig enttäuscht, dass ich noch nicht die Gelegenheit dazu hatte, die beiden Veteranen aus dem 36. Jahrhundert Anno Domini zu sprechen. Durch ihre Abenteuer in der Raumzeitfalter der Casaro waren sie neben den Zellaktivatorträgern die ältesten Menschen der Galaxis.

Jaaron wusste, dass eine Expedition der LFT und Camelots in der Raumzeitfalte nach weiteren Hinweisen suchen sollte. Immerhin war es gut möglich, dass diese Casaro noch weitere Stützpunkte in der Lokalen Gruppe hatten. Es schien dieser Tage nur so vor Gefahren zu wimmeln.

Nach einer Stunde traf der TLD-Agent Stewart Landry ein. Nachdem er etwas mit Nataly flirtete, die ganz hin und weg von dem smarten Agenten war, gesellte sich Landry zu uns. Ich kannte ihn schon einige Jahre und Landry war einer der wenigen Geheimdienstler der LFT, die gerne und offen mit Camelot zusammenarbeiteten.

»Cistolo Khan und seine Assistentin werden am Abend in Siena eintreffen«, kündigte er an.

Landry hatte Vertrauen zu den Camelotern. Immerhin hatte er vor fünf Jahren bei der Suche nach der entführten LONDON teilgenommen und sich wochenlang mit dem Mausbiber Gucky in einem Container versteckt, welches sich auf dem Raumschiff der Entführer befunden hatte. So überraschte es mich nicht, dass Landry zugab, der TLD hätte auch einen Agenten namens Will Dean zur BASIS geschickt, der dort als verdeckter Ermittler arbeiten sollte.

»Mit etwas Glück arbeiten Sam und Dean sogar zusammen. Der Junge ist ganz umgänglich, wenn man ihn auf dem richtigen Fuß erwischt«, meinte Landry.

»Wir müssen in dieser Angelegenheit zusammenarbeiten. Das muss auch Khan begreifen«, mahnte Adams.

Landry lächelte gequält.

»Ich weiß das.«

Ein bedrückendes Schweigen kehrte ein. Jedem Anwesenden war klar, dass wir uns – trotz des milden Herbsttages – nicht auf einem Grillabend befanden, sondern über die Verteidigungsmaßnahmen gegen die MORDRED diskutieren wollten.

Und in der Tat lag vieles in den Händen der LFT. Würde sie mit Camelot kooperieren, so wie sie es in der Tolkander- und Dscherrokrise notgedrungen getan hatte, gab es eine Chance, die MORDRED schnell zu stoppen. Sollte die LFT jedoch darauf aus sein, Camelot fallen zu sehen, wer weiß, wie dann alles enden würde …

8. Aus den Chroniken – LFT und Camelot

Die Begrüßung mit Cistolo Khan und seiner Assistentin Sanna Breen fiel kurz und sehr förmlich aus. Landry wurde von Khan sogleich weggeschickt, um einen Patrouillengang zu machen.

Khan war mir natürlich bekannt. Seine Assistentin sah ich zum ersten Mal. Sie hatte schulterlanges, braunes Haar und große grüne Augen. Khan stellte sie als eine Profilerin vor, die Informationen über die MORDRED sammelte. Der LFT-Kommissar wahrte einzig gegenüber Aurec eine gewisse Höflichkeit. Das erforderte auch die Diplomatie gegenüber dem Staatsoberhaupt einer fremden Großmacht.

»Ich verstehe jedoch nicht, wieso wir uns nicht im Hauptquartier Hanse treffen, Kanzler. Die Erste Terranerin würde sich über ein Treffen freuen«, begann Khan.

»Nun, das Problem durch die MORDRED erscheint mir wichtiger, als diplomatische Besuche abzuhalten. Wir vertagen dies, bis wir die MORDRED erledigt haben«, antwortete der Saggittone bestimmt.

Khan räusperte sich und nahm schließlich Platz.

»Ich würde mir ein vertrauteres Umfeld wünschen«, meinte er und blickte Wirsal Cell und mich an.

»Das sind meine Vertrauten«, stellte Homer G. Adams in freundlichen, ruhigen Tonfall klar.

Aurec seufzte.

»Wir haben diesen Platz ausgewählt, weil Jaaron Jargon ein respektierter Galaktiker ist. Von beiden Seiten angesehen. Ihr solltet eure politische Kleinkariertheit ablegen. Die MORDRED tötet Menschen und Galaktiker, unabhängig ob sie mit der LFT oder Camelot sympathisieren. Das hat Priorität!«

Sanna Breen blickte Aurec offensichtlich beeindruckt an, während Cistolo Khan mit versteinerter Miene auf den Marmortisch stierte. Die Gespräche liefen nur schleppend an. Homer G. Adams lockerte die Atmosphäre ein wenig und verwickelte Sanna Breen in ein Gespräch.

Sie erzähle über ihren Werdegang. Die 26 Jahre alte Terranerin hatte aufgrund ihres Aussehens eine Modelkarriere begonnen, die sie jedoch schnell als öde empfunden hatte. Stattdessen hatte Breen fünf Jahre lang an den Universitäten von Terrania City Wirtschafts- und Militärwissenschaften studiert. Ich fragte mich, was man da wohl lernte, aber es gab heutzutage so viele Studienrichtungen und Wissenschaften. Kaum war sie fertig gewesen, so war sie 1289 NGZ als Profilerin und Analytikerin in den Stab von Khan aufgenommen worden. Ihre erste Aufgabe war sogleich die Beobachtung der MORDRED.

Aurec hob den Finger und wirkte fast wie ein verlegener Schuljunge, als er fragte: »Bedeutet das, dass die LFT die MORDRED schon vor den ersten Anschlägen beobachtet hat?«

Breen öffnete den Mund, doch sie sagte nichts. Irritiert blickte sie zu Cistolo Khan.

»Natürlich«, antwortete dieser. »Doch wir hatten keinerlei Informationen, durch die wir die Anschläge hätten verhindern können.«

Nun war es Sanna Breen, die verstohlen auf den Tisch blickte und mit einer Nuance an Nervosität mit dem Löffel ihren Tee umrührte.

»Nun, wenn Camelot bereit ist, uns sämtliche Standpunkte der Niederlassungen mit allen Namen der Beschäftigten zu nennen, helfen wir natürlich bei der Sicherung.«

Adams winkte ab.

»Das hättest du wohl gerne. Wir haben doch bereits Informationen an euch gegeben, die das Hoheitsgebiet der LFT betreffen. Mir ist die Linie der LFT noch nicht ganz klar …«

»Wir stehen für Frieden, Freiheit und Demokratie«, betonte Khan. »Paranoia ist fehl am Platz«, ergänzte er kühl.

Aurec bat Sanna, ihm mitzuteilen, was sie über die MORDRED wüsste, doch Khan stellte sich quer und unterband jeden Informationsaustausch mit einem strikten »Nein«.

»Dieses Verhalten ist für mich absolut unverständlich. Ich als Saggittone setze mich mehr für das Leben deiner eigenen Artgenossen ein, als du selbst. Das sehe ich als unehrenhaft und beschämend an.«

*

Aurecs Wut war für mich nachvollziehbar. Cistolo Khan betrieb die Politik der LFT konsequent fort. Die Ereignisse mit den Tolkandern und den Dscherro hatten zwar Camelot und die LFT zur Zusammenarbeit gezwungen, doch Freunde waren sie deshalb sicherlich noch lange nicht geworden. Für die Regierung war die gegenwärtige Situation auch nicht gerade förderlich. Sie musste die Einmischung Perry Rhodans mehr als alles andere fürchten, denn würden Rhodan und die anderen Zellaktivatorträger wieder in der terranischen Öffentlichkeit auftreten, würde die Bevölkerung ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit positiv gegenüberstehen. Ja, würde sich Rhodan entschließen, zur Wahl als Erster Terraner anzutreten, – wer hätte Chancen gegen die lebende Legende? All das mochte aus Sicht von Cistolo Khan und Paola Daschmagan viel wichtiger sein, als das Leben einiger camelotischer Agenten. Dazu kam, dass sie wohl die Gefährlichkeit der MORDRED unterschätzten. Ich entschloss mich zu versuchen, Khan von der Notwendigkeit einer Zusammenarbeit gegen die Terrororganisation zu überzeugen.

»Wenn Camelot besiegt ist, wird die Liga das nächste Ziel der MORDRED sein«, argumentierte ich eindringlich gegenüber Khan. Damit lieferte ich Adams sein Stichwort.

»Es ist Camelot, das von einem unbarmherzigen Gegner ausgelöscht werden soll. Es sind Perry Rhodan, Reginald Bull und Atlan, die ihr Leben für die Zukunft der Galaktiker und somit auch die Zukunft der LFT gerade jetzt in fernen Regionen des Universums verteidigen«, beschwor Adams den LFT-Kommissar, »Khan, jetzt zeige doch endlich einmal Vernunft und Verantwortung!«

Der LFT-Kommissar erhob sich. Er blickte über das Tal und schien mit sich zu ringen. Nach einer Weile drehte er sich um und nickte mir zu.

Endlich, dachte ich und begann meinen Bericht.

»Wir haben Verbindungen der MORDRED zu den Galactic Guardians, der Kerkum-Regierung auf Mashratan und in das Kristallimperiums entdeckt. Offenbar wird die MORDRED von einflussreichen Gönnern unterstützt. Bisher haben wir drei Verdächtige. Den arkonidischen Adligen Eron da Quartermagin, den Springerpatriarchen Horach und …«, Breen stockte und suchte Augenkontakt zu Khan. Dieser schwieg. Sie seufzte leise. »Und Dennis Harder.«

»Der Finanzsenator von Terrania City?«, fragte Homer G. Adams verblüfft.

»Genau der«, bestätigte Sanna. »Da Kerkum und die MORDRED im Verborgenen agieren, sind diese drei Leute für die Beschaffung von Ressourcen und finanziellen Mitteln notwendig.«

»Was für Ressourcen?«, wollte Aurec wissen.

»Baumaterial für Raumschiffe, Waffen, Kampfroboter. Sie haben sich ein Netzwerk aufgebaut und Scheinfirmen gegründet. Es gibt genügend autarke Planeten, auf denen Waffen hergestellt werden können. Allerdings wissen wir nicht, in welchem System sich die Hauptstützpunkte befinden. Wir vermuten dort auch eine Raumwerft.«

Der Bau von großen Kampfschiffen wurde auf jeden Fall nicht auf bekannten Werften durchgeführt. So ein großes Projekt über Jahre hinweg könnte nicht verschwiegen werden. Adams erklärte, dass sie so weit auch schon waren, jedoch fehlten ihnen Namen und Bezugspunkte.

»Ich bin verwundert, dass die LFT einen hochrangigen, kriminellen Politiker unbehelligt lässt«, sagte Adams verärgert.

»Wir haben ihn beobachtet, damit er uns zur Zentrale der MORDRED führt. Gleiches gilt für Mashratan. Dort befindet sich bestimmt ein Stützpunkt der MORDRED, aber nicht das Zentrum«, verteidigte sich Khan.

Aurec schlug vor, umgehend die IVANHOE darüber zu informieren. Wirsal Cell erklärte sich bereit, das sofort zu übernehmen. Er stand auf und verließ die Terrasse.

»Wie lange ist der TLD in Besitz dieser Informationen?«, wollte Adams wissen.

»Das unterliegt der Geheimhaltung«, entgegnete Khan barsch.

Aurec stand ruckartig auf. Somit hatte er schnell die Aufmerksamkeit aller Beteiligten.

»Was auch immer. Wir haben drei Kontakte zur MORDRED. Wir sollten sie nutzen. Die MORDRED wird ihre Taktik ändern, da der Überraschungseffekt vorbei ist. Es wird nicht mehr so einfach sein, die Camelot Niederlassungen zu stürmen. Wir müssen also aus den Informationen über diese drei herausfinden, was die MORDRED als Nächstes plant.«

Er wandte sich an Sanna Breen und setzte sich neben die hübsche Terranerin.

»Was kannst du uns über die drei sagen? Wo waren sie? Wo sind die Verbindungen?«

Sanna Breen zuckte mit den Achseln.

»Keine heiße Spur. Alle drei unternehmen viele Geschäftsreisen, angeblich sind sie aber nie gemeinsam am selben Ort. Vielmehr verliert sich oftmals die Spur.«

Ein lautes Husten lenkte sowohl den Saggittonen als die Terranerin ab. Wirsal Cell stand an der Türschwelle.

»Für Analysen haben wir keine Zeit. Ich habe einen Plan.«

Der 27. Oktober 1290 NGZ war ein düsteres Datum. Denn an diesem Tage wurde eine ganze Zivilisation ausgelöscht. Der Planet Sverigor und seine fast zwei Milliarden Bewohner hatten aufgehört zu existieren – verglüht in einer alles verschlingenden Feuersbrunst.

Der Planet Sverigor war ein mahnendes Beispiel, wohin Intoleranz, Fanatismus und Verblendung führt. Die sverigische Gesellschaft war kein unbescholtenes Blatt. Sie plante die völlige psychische Unterwerfung aller Terraner. In ihrem Wahn nach Selbstzerstörung der menschlichen Spezies wollte sie jedem menschlichen Individuum das Recht auf Freiheit, auf freie Gedanken und Gefühle rauben.

Sverigor war von einem Paradies zu einer Hölle mutiert. Doch dieses Schicksal hatte kein einziges Lebewesen verdient gehabt. Die Verantwortlichen hätten vor ein ordentliches Gericht gestellt werden müssen und die Bürger von Sverigor hätten einen Neuanfang ohne die Korrektheitsbehörde beginnen müssen.

Doch der eine Extremismus prallte auf den Nächsten. So unterschiedlich die Motivation und Ziele der MORDRED waren – weder für die MORDRED noch für Sverigor zählte das Leben wirklich. Die MORDRED war jedoch auf eine perfide und grausame Art und Weise effektiver. Sie handelte effizienter, zerstörerischer, kompromissloser.

Die MORDRED hatte die Legitimierung für diesen Genozid in der Tatsache gefunden, dass sie damit die Gedankenkontrolle von Milliarden Terranern verhindert hatten.

Doch der Zweck heiligte nicht die Mittel. Die Bevölkerung eines ganzen Planeten wurde innerhalb weniger Minuten ausgelöscht. Nur wenige Millionen überlebten das sverigische Armageddon. Es erinnerte mich an die Zeit vor Perry Rhodan, der Zeit des Kalten Krieges, in der die Angst vor »der Bombe« geherrscht hatte, die Furcht vor dem Atomkrieg und dem nuklearen Holocaust der Menschheit.

Anlass dazu war der Abwurf von Atombomben während des zweiten Weltkrieges auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki gewesen. Die Argumentation der Bombenabwerfer, der damaligen USA, war, damit Millionen amerikanischen Soldaten das Leben gerettet zu haben.

Allein bei den Abwürfen selbst waren 250.000 Menschen gestorben. Viele an den Spätfolgen der Verbrennungen und radioaktiven Strahlung noch lange Zeit danach. Die Bombenabwürfe hatten eine Reihe an Mutationen bei Menschen hervorgebracht. Und nicht zuletzt diese Mutanten dienten später im Mutantenkorps von Perry Rhodan. Doch dies war nur eine Notiz am Rande.

Was war moralisch gerechtfertigt? Wenige zu töten, um viele zu retten? Wo hörte dieser Wahnsinn denn auf? Eine Galaxie opfern, um zwei weitere zu retten? War das Wohl weniger immer geringer als das Wohl von mehreren?

In der Tat hatte es in Zeiten des Solaren Imperiums auch fragwürdige Einsätze der Arkonbombe gegeben. Vielleicht hätten sie mit etwas gutem Willen verhindert werden können.

Zwei Milliarden zivile Opfer waren eine grausame Zahl. Sicherlich wären noch mehr Wesen gestorben, hätte die Korrektheitsbehörde ihren Plan ausführen können. Die MORDRED damit als Retter zu betrachten, war jedoch keineswegs angebracht. Denn die MORDRED hatte überhaupt keine Alternative gewünscht. Sie hätte doch nur einfach die Blockade aufrechterhalten müssen und abwarten, bis Raumschiffe der LFT, des Galaktikums und Arkons Sverigor erreicht hätten.

Doch das Leben der zwei Milliarden Sverigen war der MORDRED nichts wert gewesen. Sie waren nicht die Mühe und das Risiko wert gewesen, nach einer Alternative zu suchen.

Doch die gleiche Schuld an dieser Tragödie trägt die Korrektheitsbehörde und jene fanatische Sverigen, die sie gründeten und unterstützten. Sie riskierten willig den Tod ihrer eigenen Bevölkerung oder waren vielleicht auch nur zu fahrlässig, um die Konsequenzen ihres Handelns zu erahnen.

Und wie bei der MORDRED, war ihnen das Leben Anderer völlig egal. In diesem Fall das der Menschen in der Milchstraße.

Ein paar tausend Terroristen der MORDRED hatten einen grausamen Plan von ein paar tausend sverigischen Fanatiker als Anlass genommen, um Milliarden in den sinnlosen Tod zu schicken.

Wie so oft in der Geschichte des Universums hatte eine Minderheit über Leben und Tod von Massen entschieden. Die Extremisten der MORDRED und der sverigischen Korrektheitsbehörde taten so, als wollten sie die Galaxis verbessern, ja gar retten. Doch sie hatten nur Unheil gebracht und durch ihre egoistische, rücksichtslose Art und Weise fast zwei Milliarden Wesen in das Verderben geschickt.

Heute war ein schwarzer Tag für die Milchstraße. Beten wir für die Sverigen. Trauern wir um die Sverigen. Und lassen wir uns dies ein mahnendes Beispiel dafür sein, dass Fanatismus und Extremismus überall lauern kann. Er tritt in vielen Facetten auf und rühmt sich damit, selbst für Toleranz, Freiheit und Frieden zu kämpfen. Doch wer ihm folgt, dessen Schicksal ist besiegelt. Wir müssen stets wachsam sein und dürfen uns nicht im Netz der Intrigen verheddern. Wir müssen unsere Prinzipien, unseren Anstand und unsere Moral wahren, um nicht so zu werden, wie unsere Feinde. Wir müssen schlichtweg besser, und uns selbst treu sein, um der Galaxis den Nährboden für solche Ereignisse zu entziehen.

Jaaron Jargon

Es war vorbei. Die Mordred war besiegt und die Milchstraße staunte nicht schlecht, als bekannt wurde, dass der Cameloter Wirsal Cell, immerhin ein ehemaliger Senator des Galaktikums, der Anführer der Terrororganisation war. Noch mehr überraschte die Tatsache, dass Cauthon Despair offenbar Perry Rhodan gerettet hatte. Niemand wusste, wie es mit dem Silbernen Ritter weitergehen würde, doch in der ganzen Milchstraße hatte dieser geheimnisvolle, tragische Silberne Ritter seine Fans und Befürworter.

Die galaktische Öffentlichkeit hatte von der Entführung Rhodans und Bostich sowie der dramatischen Stunden auf und über Mashratan erst erfahren, als die Krise bereits abgewendet war. Es gab viele strahlende Sieger – besonders das Kristallimperium ließ sich feiern. Imperator Bostich wurde als Bezwinger der Mordred gefeiert. Es hieß, er habe Rhifa Hun persönlich getötet und die VERDUN vernichtet. Ich wusste, dass es sich dabei nur um Propaganda handelte. Auch der arkonidische Adlige Uwahn Jenmuhs ließ sich als Doppelagent feiern und berichtete stolz darüber, wie er im Auftrage des Kristallimperiums die Mordred an der Nase herumgeführt hatte.

Hier und da gab es auch heldenhafte Berichte über einige Männer und Frauen der Liga Freier Terraner. Doch vor allem die Cameloter hielten sich bedeckt. Ich wusste natürlich deutlich mehr.

Das Schicksal Cauthon Despairs war ungewiss. Er wurde verhaftet und vorerst auf der IVANHOE inhaftiert. Vermutlich würde er in Mirkandol vor Gericht gestellt werden. Seine Beteiligung an der Vernichtung Sverigors und diverser Angriffe auf Camelotniederlassungen machten Despair nicht gerade zu einer vertrauenerweckenden Figur, auch wenn er Rhodans Leben gerettet hatte. Despair war ein tragischer Charakter. Dennoch: Er war ein Schwerverbrecher.

Die Gefahr war für die Milchstraße vorerst gebannt. Doch schon umtrieben die Zellaktivatorträger und den Saggittonen Aurec neue Sorgen. Denn die Mordred war nur der Handlanger eines weitaus mächtigeren Feindes: Dem Sternenreich Dorgon. Wir wussten anhand der Ermittlungen von Gucky und Jan Scorbit, dass Dorgon der Galaxie M100 entsprach, welche im Virgo-Cluster lag. Wir wussten auch, dass die Dorgonen offenbar eine Invasion in die Milchstraße planten.

Die Gefahr war also längst nicht gebannt. Doch ich war mir sicher, dass Perry Rhodan schon bald geeignete Maßnahmen treffen würde. Rhodans Blick war nun auf M100 gerichtet.

Aus den Chroniken, Jaaron Jargon
22. September 1291 NGZ

Kapitel 10

Am 10. Dezember 1285 NGZ ereignete sich eine der größten zivilen Katastrophen seit Anbeginn der LFT. Das gewaltige Hanseraumschiff LONDON wurde bei seinem Jungfernflug von fanatischen Sektierern entführt und begann damit eine lange Odyssee, die am 10. Dezember ein schreckliches Ende fand. Es wurde in die 20 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxis Saggittor verschlagen. Perry Rhodan selbst war inkognito auf der LONDON gewesen, um einen wichtigen Politiker für Camelot zu gewinnen. Er konnte sich mit den Saggittonen einigen, doch Rodrom, die Inkarnation eines geheimnisvollen Wesens mit dem Namen MORDOR, begann eine gnadenlose Jagd auf den Unsterblichen. Rhodan konnte Rodrom letztlich entkommen und befreite mithilfe des charismatischen Saggittonen Aurec die Galaxis von den finsteren Truppen MORDORs. Doch die Inkarnation ergab sich nicht in ihr Schicksal. Durch einen grausamen Racheakt Rodroms wurde die LONDON manövrierunfähig geschossen und stürzte auf einem Wasserplaneten. Das Raumschiff sank! Durch fehlerhaftes Planen innerhalb der Kosmischen Hanse und Rodroms diabolischen Plan wurde das Unglück zu einem Desaster! Von den 16.022 Lebewesen an Bord der LONDON überlebten nur 5.999 Seelen. Das 1,6 Kilometer lange Raumschiff riss 10.023 Männer, Frauen und Kinder aus allen bekannten Völkern der Lokalen Gruppe mit in den Tod.

Für die Kosmische Hanse symbolisierte der Untergang der LONDON auch den Niedergang dieses traditionsreichen Unternehmens. Die LONDON war bei einer Tochtergesellschaft der Hanse versichert, doch diese weigerte sich den Ausfall zu begleichen, da in Rodrom der Verursacher gefunden wurde. Einzig die Shorne Industries Gesellschaft hatte mit Spekulationen gegen einen Erfolg des LONDON-Projektes und Umsatzausfallversicherungen kein Minusgeschäft gemacht. Der Hansesprecher Arno Gaton war erledigt und geriet in starke Kritik. Die Märkte verloren das Vertrauen in die Hanse und durch den Ausfall der erwarteten Gewinne und Tausende Schadenersatzklagen von Hinterbliebenen war die Hanse gelähmt. Letztlich kam die Liga Freier Terraner als größter Eigner zumindest für die Opfer auf, doch Aktieninhaber verkauften die Papiere, die beinahe nichts mehr wert waren. Die Shorne Industries Gesellschaft sicherte sich damals die Vermarktungsrechte an der LONDON. Die Tragödie blieb unvergessen. Das Unglückssystem, welches knapp drei Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt war, wurde London’s Grave getauft und wurde seitdem von niemandem mehr angeflogen.

Doch der Respekt vor den Toten wich der Gier! Im Jahre 1289 NGZ wurde das Unglück der LONDON von »Shorne Movie« verfilmt. Der Streifen avancierte zum großen Erfolg und wurde mit vielen Preisen bedacht. Die Geschichte um das Hanseschiff und der Liebe zwischen dem Terraner Wyll Nordment und der Halbarkonidin Rosan Orbanashol begeisterte Milliarden von Wesen aus der gesamten Galaxis. Erste Gerüchte einer wohl möglichen Bergung der LONDON wurden laut. Da überraschte der terranische Multimilliardär Michael Shorne die Galaxis, als er verkündete, die LONDON nachzubauen und eine Reise nach London´s Grave anzubieten. Die neue LONDON sollte mit etwa 17.000 Passagieren und 2.000 Besatzungsmitgliedern drei Millionen Lichtjahre weit reisen, um eine Unterwasserbesichtigung des Wracks zu ermöglichen.

Trotz heftiger Widersprüche von Menschenrechtlern und Überlebenden der Katastrophe setzte Shorne sein Ziel durch und entfachte einen regelrechten LONDON-Hype, der die Bevölkerung der Milchstraße von dem Tolkander-Konflikt und speziell die Terraner von der Dscherro-Krise ablenkte. Am 6. Juni 1290 NGZ sollte die LONDON II ihre Reise antreten.

 

Aus den Chroniken
Jaaron Jargon

Blutnacht von Siniestro

Bezeichnung für das Massaker, das am 31. Dezember 1305 NGZ auf Veranlassung Emperador Siniestros anlässlich einer »Friedenskonferenz« auf Siniestro im Privatschloss des Emperadors durch die CIP verübt wurde.

Ziel war die Ermordung der Führer der Alliierten, die gegen den absoluten Machtanspruch des Quarteriums standen. Der Anschlag scheiterte letztendlich, da die Alliierten Verdacht geschöpft hatten und mit einer Space-Jet fliehen konnten.

Das Quarterium nutzte den Anschlag, um den Linguiden Pace Joharr zu diskreditieren und die Neue USO zu Terroristen zu erklären. In einer demagogischen Ansprache nutzte Gos’Shekur Uwahn Jenmuhs als Stellvertreter des leicht verletzten Emperadors die Gelegenheit, praktisch den Ausnahmezustand zu erklären und die letzten Bürgerrechte innerhalb des Quarteriums außer Kraft zu setzen. Das gesamte Volk der Linguiden wird potentiellen Terroristen gleichgesetzt und für vogelfrei erklärt. Die Welt Lingus wird zu einem Internierungslager und dient dem Quarterium als »Freizeit- und Erholungsstätte für verdienstvolle Flottenangehörige«.

Letztendlich dienen die Ereignisse auf Siniestro auch zur Rechtfertigung des Angriffskrieges gegen die Republiken Saggittor und Akon.

Bluff von Quinto

Bezeichnung für die inszenierte »Vernichtung« der VIPER II, einem Beiboot der FLASH OF GLORY, die zu diesem Zeitpunkt auf Lingus stationiert war.

Roland Meyers, der Kommandant der FLASH OF GLORY, nutzte den Angriff Cauthon Despairs auf die Zentrale der Neuen USO in Cartwheel, um die Vernichtung der VIPER II durch die Raumforts von Quinto vorzutäuschen. Für das Quarterium und vor allem für die CIP gelten Meyers und seine Vertrauten fortan als tot, was dazu führt, dass der Befehlshaber der CIP, Werner Niesewitz, die gesamten Geheimcodes beibehält. Meyers kann sich also nach wie vor in die interne Kommunikation der CIP einschalten.

Geschichte der Kemeten

Geschichte der Kemeten – Die Anfänge

ca. 489.000 v. Chr.

Die ersten Barbaren auf dem Planeten Kemet entwickeln Werkzeuge und beginnen sich in Horden zu rotten.

ca. 418.000 v. Chr.

Siedlungen entstehen. Sammler und Jäger bilden sich. Das Feuer wird entdeckt und genutzt. Aus Höhlenmalereien entwickelt sich eine Bilderschrift (ähnlich die der Hieroglyphen).

ca. 412.000 v. Chr.

Die Urkemeten entdecken die ersten Metalllegierungen wie Bronze.

ca. 405.000 v. Chr.

Die ersten Reiche bilden sich hauptsächlich auf Antief und Intithep. Viele Kriege werden von den Kemeten geführt. Das Rad wird entdeckt.

ca. 401.500 v. Chr.

Das Reich des Volksstammes Osrus erreicht mehr Macht und gründet das erste Weltreich. Dadurch werden primitivere Stämme kultiviert.

ca. 399.000 v. Chr.

Osrus zerfällt und viele Königreiche bilden sich. Eine weitere Zeit der Kriege beginnt. Der technische Fortschritt beginnt mit der Kunst Metall zu schmieden.

ca. 390.000 v. Chr.

Reiche kommen und gehen. Das Schießpulver wird entdeckt. Die Religion um Amun-Ré nimmt größere Formen an durch Visionen verschiedener Geistlicher. (Erstes Auftreten des Kosmokraten AMUN als Gott der Sonne). Durch das Reich Horitep wird der Amun-Ré Kult zur Staatsreligion).

ca. 388.000 v. Chr.

Der Kemete Narmer einigt die Reiche und unter ihm geht es dem Volk so gut wie nie. Die Elektrizität wird erfunden. Das Industriezeitalter beginnt.

Im Jahre 388.100 v. Chr.

wird eine einheitliche Zeitrechnung eingeführt. Es beginnt das Jahr 1 Ré.

ca. 387.300 v. Chr.

Die Kemeten entwickeln sich immer höher. Die Raumfahrt wird entdeckt und man erforscht das Sonnensystem.

ca. 386.800 v. Chr.

Man stößt auf das Volk der Hersi’Thor und gewinnt in ihnen Verbündete. Man unterstützt sie im Krieg gegen die Shak’Arit. Es gelingt Chnoms, dem mächtigsten Kemeten, Frieden zwischen den Völkern herzustellen. Mit Hilfe der Hersi’Thor einigt man Kemet vollends.

ca. 381.200 v. Chr.

Man stößt auf die Völker Rok’Selkur und Gorians. Zuerst kriegerisch, später friedlich. Doch das Reich der Kemeten (zu dieser Zeit 412 Systeme) zerfällt langsam und die Besetzung durch die Rok’Selkur findet statt.

Geschichte der Kemeten – Das Zeitalter des Ptah

ca. 379.000 v. Chr.

Ptah wird geboren

ca. 378.951 v. Chr.

Ptah wird Anführer der kemetischen Rebellen und bezwingt die Rok’Selkur. Er stellt den galaktischen Frieden her und bringt das Reich der Kemeten zu einem neuen Höhepunkt als wichtigste Macht in der Galaxis

ca. 378.889 v. Chr.

AMUN erscheint Ptah und verleiht ihm einen Zellaktivator. Er erklärt, dass die Kemeten sich als würdig bewiesen haben und die Galaxis Chepri als Bewacher für das Kosmonukleotid TRIICLE-3, welches die Kemeten fortan “Udjat” – Auge der Sonne (Ré) nennen. Ptah wird in kosmische Geheimnisse eingeweiht und erhält eine fünftausendjährige Frist die Galaxis zu einen und sich auf große Kriege gegen die Mächte des Chaos vorzubereiten.

ca. 375.889 v. Chr.

Innerhalb von 5000 Jahren hat Ptah die Galaxis geeint. Unter der Führung der Kemeten bilden besonders die Hersi’Thor, Shak’Arit, Rok’Selkur und Gorians die Elite der Galaxis. Chepri wird kolonisiert und gegen Angriffe gefestigt. Ptah beginnt mit dem Bau der Amun-Ré Pyramide nahe der Hauptstadt Atum auf Kemet als Zeichen des Glaubens der Kemeten. Unter dem Shak’Arit Arukor wird die 500.000 starke Pyramidenflotte zur Bewachung von Udjat gebaut.

ca. 374.000 v. Chr.

Der erste Krieg beginnt! Streitkräfte einer Superintelligenz greifen an. AMUN nennt sie Apep-Suatek auf kemetisch. Ihr wahrer Name lautet anders, doch die Kemeten nennen sie Apep-Suatek, was soviel wie Böser Teufel bedeutet. Unter der Regie einer unbekannten Entität namens MODROR greift Apep-Suatek an.

ca. 370.000 v Chr.

Eine Reihe weiterer Angriffe erfolgt. Die Hilfsvölker von Seth-Apophis können stets abgewehrt werden, doch der Krieg ist sehr verlustreich.

ca. 365.000 v. Chr.

Große Finale Schlacht um Udjat. Unter hohen Verlusten können die Chepri-Völker Apep-Suatek ein für alle Mal zurückschlagen. Eine Zeit des Friedens bricht an.

ca. 364.000 v. Chr.

Die Amun-Rè Pyramide wird fertiggestellt. Sie hat eine Kantenlänge von 3000 Metern mal 3000 Metern und hat mit einem Böschungswinkel von 52 ° eine Höhe von 1852,35 Meter.

Sie dient als Symbol für den Glauben. Zusätzlich wurde dort der größte Rechner eingebaut und von dort wird alles technische auf Kemet gesteuert (Vergleich: NATHAN)

ca. 360.000 v. Chr.

Ptah verliebt sich in die sterbliche Gorians Sachmet und zeugt die Kinder Nefertem, Schu und Tefnut. Er bittet AMUN ihnen Zellaktivatoren zu geben, doch er gewährt nur Schu und Tefnut welche.

ca. 359.800 v. Chr.

Nach dem Tod von Sachmet und Nefertem ist Ptah müde geworden. Er sehnt sich nach fast 20.000 Jahren nach dem Tod und teilt dies AMUN mit. AMUN gestattet ihm seinen Tod und lässt Ptahs Bewusstsein mit dem Zentralrechner in der Amun-Ré Pyramide verschmelzen, die er inzwischen mit kosmokratischer Technologie ausgestattet hat. Schu und Tefnut übernehmen die Nachfolge.

Geschichte der Kemeten – Chaoskriege

ca. 340.000 v. Chr.

Der zweite große Krieg beginnt. Die Chepri-Völker sehen zu dem Zeitpunkt die Bewachung von Udjat als heilige Aufgabe an. Die Kriege werden dieses Mal mit Hilfsvölkern von MODROR persönlich geführt. Sie dauern viele Jahrtausende, doch man kann sie bezwingen.

ca. 321.000 v. Chr.

Die nächste Welle des Krieges beginnt. Apep-Suatek versucht es erneut. Dieses Mal mit der negativen Superintelligenz Helrator aus der Galaxis Seshonaar. Lange Jahrhunderte gehen die Gefechte.

ca. 315.000 v. Chr.

Geb und Nut werden von Tefnut und Schu geboren. AMUN gewährt ihnen zwei Zellaktivatoren. Doch der Krieg wendet sich und Apep Suatek und Helrator erobern Chepri und besetzen Udjat.

ca. 312.000 v. Chr.

Nach langen Rebellenkämpfen kann man Erfolge erzielen, doch Schu und Tefnut sterben in den Gefechten. Ihre Seelen (Ka) gehen in der Pyramide auf. Geb und Nut erobern Chepri zurück und vernichten mit Hilfe von AMUN Helrator. AMUN schenkt den Kemeten das Wissen über die Technologien des UTRANS-Triebwerkes und der UTRANS-Kanone. Ihr Schutzschirmsystem wird ebenfalls in dieser Zeit entwickelt. Apep-Suatek muss sich zurückziehen und ist erneut geschlagen. Es kehrt Friede ein.

ca. 280.000 v. Chr.

Zu dieser Zeit führen Nut und Geb die Galaxis Chepri in Frieden und Harmonie. Den Wunsch nach Kindern können sie sich nicht erfüllen, da AMUN ihnen weitere Zellaktivatoren verweigert. Er sagt, die Zeit sei noch nicht gekommen. Zu dieser Zeit gibt es nur noch eine Staatsform: Kemet. Alle Völker sehen sich als Kemeten bzw. Chepri an.

ca. 269.000 v. Chr.

Der dritte große Krieg beginnt. Dieses Mal überrennen die Armeen des MODROR förmlich Udjat. Die Pyramidenflotte wird fast vollständig vernichtet. Zurückeroberungsversuche bringen nichts. Ein Status Quo entsteht, da die MODROR-Armeen nicht in Chepri einfallen.

ca. 268.500 v. Chr.

Geb und Nut zeugen die Kinder Osiris, Isis, Seth und Nepthys. Alle sind menschlich, nur Seth ist eine seltsame Mischung eines Hersi’Thors und eines Kemeten. AMUN erscheint und ist alles andere als begeistert über das Nichtstun der Chepri. Er schreibt 10 Zellaktivatoren aus für diejenigen, die nach Udjat fliegen, um dort die gewaltige Kampfstation UNATOR zu vernichten, die Udjat vernichten wird, wenn nichts geschieht.

Der junge Osiris und seine Geschwister Seth, Isis und Nephtys melden sich. Ebenfalls die Kemetin Hathor, der Hersi’Thor Thot, die Kemetin Selket, der seltsame Rok’Selkur Apophis und einige andere. Es gelingt in einem Himmelfahrtskommando die Station zu vernichten und mit einem neuen Angriff die Besatzer zu vertreiben. Nur die acht oben erwähnten überleben und erhalten Zellaktivatoren. Osiris erhält zwei weitere für spätere Zwecke.

ca. 260.000 v. Chr.

Osiris und Isis heiraten. Ebenfalls Seth und Nephtys.

Geschichte der Kemeten – Goldenes Zeitalter des Osiris

ca. 250.000 v. Chr.

Nut und Geb geben ihre Zellaktivatoren ab und gehen in die Amun-Ré Pyramide auf. Osiris tritt ihre Nachfolge an und läutet das goldene Zeitalter ein.

ca. 235.000 v. Chr.

Horus wird geboren. Beide sind nicht natürlich entstanden. Da Isis und Nephtys genetisch bedingt keine Kinder austragen können, hat man sie künstlich aus den Genen von Osiris und Isis (Horus) und Osiris und Nephtys (Anubis) gekreuzt. Die Gene von Seth waren es zwar offiziell bei Anubis, doch sie waren nicht geeignet. Um den Zusammenhalt der Cheprivölker zu demonstrieren hat man sie noch mit Genen von den Hersi’Thor und den Shak’Arit gekreuzt. So sind zwei neue Wesen entstanden. Horus, der Kemet-Hersi’Thor und Anubis der Kemet-Shak’Arit. Als sie erwachsen sind, erhalten sie die restlichen beiden Zellaktivatoren.

ca. 200.000 v. Chr.

Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen den Chepri und Anhängern des Chaos. Doch die Unsterblichen-Elite kann jeden Angriff abwehren.

ca. 180.000 v. Chr.

Das goldene Reich neigt sich dem Ende zu als eine neue Invasion von MODROR ansteht. Dieses Mal ist sie zu stark. Seine Armeen unter der Führung von Rodrom verwüsten Chepri und fast alle Existenzen werden erbarmungslos ausgelöscht. Udjat fällt und die Kemeten ziehen sich nahe dem Zentrum zurück. Die überlebenden Vertreter der Völker fliehen ins Kemetsystem, welches durch eine Hyperraumblase geschützt wird. In dieser Zeit entwickeln sie auch ihren Ortungsschutz. Doch sie werden gezwungen, Chepri zu verlassen. AMUN offeriert ihnen die Möglichkeit mit Hilfe der UTRANS-Technologie Chepri zu verlassen. AMUN lässt UTRANS-Generatoren im Kemetsystem bauen, die das komplette Sonnensystem in die Milchstraße transferieren.

Zurückgelassene in Chepri fliehen nach Seshonaar. AMUN vernichtet die Streitkräfte von MODROR bei Udjat und einige Kemeten stranden auf den Planeten, wo sie sich mit Eingeborenen vermischen und diese zivilisatorisch voranbringen. Doch nach ihrem Tode, geraten die Kemeten in Vergessenheit und die Xamour und Seshonaar gehen ihren eigenen Weg.

Geschichte der Kemeten – Milchstraße

180.000 bis ca. 150.000 v. Chr.

Die Kemeten haben sich im Orion-Nebel niedergelassen und beginnen einige Welten zu kolonisieren. In den 30.000 Jahren meldet sich Amun nicht und die Völker führen ein ganz normales Leben.

ca. 103.000 v.Chr.

Die Kemeten wirken in M100 und lehren unter den Ägonen (später Dorgonen) ihren Glauben. Die Bewohner des Planeten schwingen sich tatsächlich zur Hauptmacht der Galaxis auf. Da die Kemeten jedoch ihr Interesse an der Rekrutierung junger, tatkräftiger Völker verlieren, gerät der Glauben um sie auf Dorgon in Vergessenheit und wird erst viele Jahrtausende später zum Teil der dorgonischen Kultur, wenngleich es nie die übergeordnete Stellung hat, die sich die Kemeten gewünscht haben.

ca. 80.000 v. Chr.

Die Kemeten beginnen mit einer natürlichen Vergeistigung. Sie sind geistig so weit vorangeschritten, dass sie den Weg zu einer Superintelligenz wagen wollen. So beginnen sie ihre Welten zu verlassen und in der Amun-Ré Pyramide aufzugehen.

ca. 70.000 v. Chr.

Während die Vergeistigung weiter voranschreitet, beobachten Osiris und seine Gefährten die Galaxis. Sie haben strikte Anweisungen von AMUN sich nicht in die galaktischen Machenschaften einzumischen, da dies unter den Bereich der SI ES fällt. Osiris respektiert dies.

ca. 60.000 v. Chr.

Apophis weiht nun Seth in seine Machenschaften ein. Seth-Apophis sei der wahre Name von Apep-Suatek und Seth sei auch ein Agent von ihr. Er erklärt ihm, dass Osiris der Vater von Anubis ist und er den Tod verdient. Seth, hasserfüllt, unterstützt Apophis.

Seth und Apophis machen einen Putsch und wollen die Amun-Ré Pyramide vernichten. Er kann vereitelt werden und sie beichten, dass sie Agenten von Seth-Apophis sind, die von Kindheit an konditioniert worden sind. Seth gibt sich reumütig, während Apophis stolz darauf ein Diener der negativen SI zu sein. Er erklärt, dass Seth-Apophis ebenfalls das Kosmonukleotid TRIICLE-9 beherrscht und daher der mächtige MODROR mit ihr zusammen gearbeitet hat. Daher auch die Namen. Ein kleines Spielchen von Seth-Apophis, da sie wusste, dass die Kemeten nur ihren kemetischen Namen Apep-Suatek kannten. Osiris verbannt seinen Bruder und Apophis auf die Welt Seshur für 50.000 Jahre. Dort soll er bleiben und er würde sterben, wenn er dort etwas Negatives machen würde.

ca. 53.000 v. Chr.

Die Kemeten leben nur noch in ihrem Heimatsystem. Inzwischen gibt es nur noch 300 Millionen Kemeten. Die anderen sind in die Amun-Ré Pyramide aufgegangen. Es gibt keinen Kontakt zu ihnen. Nur Osiris wird von den Geistern des Ptah und seiner Ahnen in Träumen aufgesucht. Die Kemeten beobachten die Aktivitäten auf der Erde, die Vernichtung Lemurias. Sie halten sich aber zurück.

ca. 26.000 v. Chr.

Während auf Kemet nur noch 50 Millionen Wesen leben, beeinflussen Seth und Apophis die Seshuren. Während Seth einen Götterkult um Amun-Ré aufbaut, versucht Apophis gegen Osiris zu hetzen. Es kommt zum Streit zwischen den Agenten und jeder baut sein eigenes Reich auf Seshur auf.

ca. 25.000 v. Chr.

AMUN erscheint und sagt, dass Osiris noch einmal gebraucht werden würde, da die Wächter von TRIICLE-3 abtrünnig geworden sind und nicht mehr existieren. Eines Tages würden die Kemeten wieder eine wichtige Rolle spielen und sie sollen sich darauf vorbereiten. Osiris und Anubis bauen eine neue Pyramidenflotte und Cyborgs der Shak’Arit. Eine Flotte von 400.000 Pyramidenschiffen wartet im System.

Osiris, Horus, Isis und die anderen sind nun in der Zwickmühle, da ihr Volk vor dem Aussterben steht. Sie sind nicht mehr genügend, um in kosmokratischen Zeitrechnungen von Belang zu sein.

Sie überlegen, ob sie einige Planeten im Geheimen kolonisieren. Jedoch spricht das strikte Verbot von AMUN dagegen. So warten sie ab und sehen, wie ihre Zivilisation langsam untergeht.

18.315 v. Chr.

Während die Arkoniden immer aufstrebender sind und zur Großmacht in der Milchstraße geworden sind, leben nur noch wenige Millionen Kemeten im Heimatsystem. Osiris beschließt Seth und Apophis auf Seshur aufzusuchen. Dort wird er als Gott begrüßt, denn die Einwohner bauen Tempel und Pyramiden aus Steinen, sprechen die Sprache der Kemeten und schreiben ihre Zeichenschrift. Das ist das Werk von Seth und Apophis. Doch die Seshuren sind uneinig und zerstritten. Einmal die Anhänger des Amun-Ré und die des Apophis. Sie sind jedoch noch viel zu primitiv, um technologische Fortschritte zu erzielen. Osiris erlässt die Strafe für Seth und will gemeinsam die Seshuren als Nachfolgevolk der Kemeten aufziehen.

16.455 v. Chr.

Die Seshuren haben sich in große Reiche vereint und der Kult um Osiris ist enorm. Seth wird dadurch eifersüchtig, denn schließlich war es in seinen Augen sein Verdienst. Auch seine Frau Nephtys kann ihn nicht beruhigen. Doch Apophis schlägt zuerst zu. Er kann einige Seshuren rekrutieren und wenige Kemeten in seinen Bann schlagen. Zusammen mit denen bringt er 200.000 Pyramidenschiffe der Shak’Arit unter seine Kontrolle. Er stationiert sie an einem verborgenen Ort. Als er die nächsten Schiffe und Shak’Arit-Androiden stehlen will, kommt ihm Osiris dazwischen. Apophis Anhänger werden geschlagen und der Agent der negativen SI wird in ein unterirdisches Gefängnis in Seshur verbannt. Dort wird er in ein Stasefeld gelegt und lebendig begraben, solange, bis er seine Strafe verbüßt hat.

15.312 v. Chr.

Osiris und Horus lenken die Entwicklung der Seshuren sehr gut. Jedoch brauchen sie noch Jahrtausende, um den Stand der Kemeten zu erreichen. Seth wird immer wütender auf Osiris und will selbst die Kontrolle über Seshur erhalten. Die Suche nach den Pyramidenschiffen die Apophis gestohlen hatte, bleibt erfolglos.

15.120 v. Chr.

Seth beginnt eigenmächtig Seshuren an die moderne Technik der Kemeten heranzuführen. Doch viele überwinden diesen Kulturschock nicht. Sie verwenden die Technik entweder um andere zu unterwerfen oder erleiden einen Schock. Es entbrennt ein Krieg und die Kemeten halten sich aus den Geschicken der Seshuren heraus.

14.450 v. Chr.

Die Seshuren stehen technisch wesentlich höher und konnten untereinander Frieden schließen. Der Kult um Amun und Osiris ist Staatsreligion und die Seshuren entdecken die Raumfahrt. Weit kommen sie jedoch nicht, denn die Arkoniden besetzen den Planeten. Seth ist darüber so erbost, dass er mit Pyramidenschiffen einen Angriff startet. Dabei wird zwar die gesamte Besatzungstruppe der Arkoniden vernichtet, doch auch die Zivilisation der Seshuren. Osiris ist so wütend darüber, dass er Seth wieder verbannen will, doch er vergibt seinem Bruder ein weiteres Mal.

14.114 v.Chr.

Es gibt nur noch wenige tausend Kemeten und keine Hoffnung auf eine neue Rekrutierung. Die Beobachtung der Arkoniden gibt Aufschluss über die Arroganz dieses Imperiums. Seshur erholt sich nur langsam von der Katastrophe und der Kult um Osiris ist gebrochen. Vereinzelt wird er noch angebetet. Osiris will sich in eine Stasekammer legen und warten, bis AMUN sich meldet. Doch Seth manipuliert diese Schlafkammer und stellt ein Zeitschloss von 19.000 Jahren ein. Er installiert eine Falle, die bei einer Deaktivierung den Tod von Osiris bedeuten würde. Er verschleppt den Sarkophag und versteckt ihn auf der Erde – jenem Ort, auf den laut AMUN die SI ES besonderen Wert legt. Er berichtet vom Tode Osiris und will die Macht an sich reißen. Es beginnt ein Kampf zwischen Horus und Seth, während Isis sich auf die Suche nach ihrem Gemahl macht.

13.915. v. Chr.

Horus entscheidet den Kampf für sich, als AMUN auftaucht und Seth bis in alle Ewigkeiten verdammt. Er nimmt ihm den Zellaktivator weg! Seth stiehlt den ZA seiner eigenen Frau und errichtet ihr einen Tempel in Seshur, wo er sie in eine Stasekammer legt bis er einen neuen ZA für sie hat. Horus ist so sauer auf Seth, dass er Jagd auf Seth macht, der erst einmal untertaucht.

13.499 v. Chr.

Auf Seshur wird eine unterirdische Transmitterstation, die mit Kemet verbunden ist, errichtet. Seshur wird derweil von den Arkoniden besetzt und unterworfen. Der Kult um Osiris ist zu dem Zeitpunkt bereits vergessen. Nur noch alte Monumente mit denen die Arkoniden nichts anfangen können, zeugen noch von dieser Zeit. Auch sie geraten in Vergessenheit.

11.729 v. Chr.

Die letzten Kemeten sind aufgegangen. Nun sind nur noch Isis, Horus, Anubis, Thot, Selket, Hathor, Seth und Apophis übrig. Nephtys und Osiris ruhen in ihren Stasekammern.

11.600 v. Chr.

Seth befreit Apophis und beide wollen mit der Flotte die Galaxis unterwerfen. Horus will dies verhindern und es kommt zu einem erbitterten Kampf zwischen den Pyramidenschiffen bei Kemet. Seth kann besiegt werden und er gesteht Isis, wo er Osiris vergraben hat, in der Hoffnung auf Gnade. Isis reist geheim auf die Erde, doch da erscheint AMUN und verdammt die Unsterblichen für ihr Verhalten. Er verbietet ihnen, solange Osiris gefangen ist, mit einem Raumschiff zu reisen und sie sollen diese Zeit nutzen, um Gutes zu tun. Alle Unsterblichen werden auf die Erde verbannt, wo sie ihr Dasein fristen sollen. Dort bauen sie bei Ro-Setau (heutiges Gise-Plateau bei Kairo) eine unterirdische Anlage in die Osiris gebracht wird. Nur mit Hilfe des Transmitternetzes können sie sich nach Kemet und Seshur bewegen. Die Pyramidenflotte wird nach Kemet gebracht, wo sie und die Shak’Arit Androiden auf Befehle warten.

Kemetische Geschichte auf Terra

11.000 v. Chr.

Nachdem die Arkoniden Larsaf III (Erde) kolonisieren, halten sich die Kemeten zurück und beobachten nur. Seth und Apophis werden in Gewahrsam genommen und in eine unterirdische Gruft gesteckt.

9.000 v. Chr.

Der gewaltige Komplex unterhalb von Ro-Setau ist fertiggestellt. Osiris wurde mit einem Zentralcomputer verbunden und kann darüber Kontakt mit seinen Gefährten aufnehmen. Er ist enttäuscht über das Versagen seines Volkes und ermahnt die Strafe zu akzeptieren.

8.000 v. Chr.

Nach dem Untergang von Atlantis ist die Erde auf sich allein gestellt. Horus und Isis warten weiterhin und beobachten die Völker. Ihnen fällt auf, dass ein Arkonide das Inferno überlebt hat. Atlan, ein ebenfalls Unsterblicher. AMUN erscheint ein vorletztes Mal und fordert die Kemeten auf, sich Atlan nicht zu offenbaren und sich nicht in die Pläne von ES einzumischen. Die Unsterblichen beschließen mit einem Tiefschlaf die lange Wartezeit zu überbrücken, bis etwas Neues geschieht.

5.000 v. Chr.

Erste Nomaden besiedeln die Region um den Hapi (Nil). Sie lassen sich an den Ufern nieder und entwickeln ihre Kultur. Zu diesem Zeitpunkt stellen die vergeistigten Kemeten in der Amun-Ré Pyramide Kontakt zu Osiris her und es entsteht der Plan die ansässigen Nomaden zum Nachfolgevolk der Kemeten zu rekrutieren. Osiris ist sich nicht bewusst, dass er damit gegen die Pläne von ES handelt.

4500 v. Chr.

Langsam beginnt man in einigen Stätten den Götterkult um Amun-Ré aufzubauen. Vereinzelt erscheinen Horus und Anubis und streuen die Geschichten der Kemeten unter die primitiven Siedler. Anubis macht sich dabei den Kult um einen Wolfsgott zunutze, den Atlan unbeabsichtigt entstanden ließ. Sie ergänzen ebenfalls den Kult um den terranischen Feuergott Ra (einem primitiven Barbaren) mit dem ihrer Sonne Ré, woraus der Sonnengott Ra bzw. Ré entsteht.

3700 v. Chr.

Seth wird befreit und ihm wird eine erneute Chance gegeben.

Geschichte der Kemeten im pharaonischen Romêt

3150 v. Chr.

Der Krieger Skorpion ist eine einmalige Erscheinung. In ihm sehen Osiris und die anderen einen Hoffnungsträger und Horus erscheint ihm in einer Vision. Er fordert Skorpion auf, das Reich zu einigen. Skorpion beginnt sein Werk, doch schafft es nicht zur Vollendung bis zu seinem Tode. Der Geist Skorpions wird von Osiris aufgenommen.

Zu diesem Zeitpunkt lehren die Götter an verschiedenen Orten Ober- und Unterkemets (Ägypten) die Schrift und Sprache der Kemeten. Daher wird das neuangestrebte Land Kemet (schwarze Erde) heißen.

Der Götterkult wird teilweise verfälscht, da viele Begebenheiten hinzudichten und neue Gottheiten in diesen einfließen. Doch die Unsterblichen behalten den Überblick.

3000 v. Chr.

Menes kann das Reich mit der Hilfe von Atlan einigen. Horus ›erleuchtet‹ Menes schon sehr früh und der König muss versprechen, dass er Atlan nichts von seinen Göttern sagt. Die Kemeten profitierten von der Hilfe Atlans, der nicht nur den Ägyptern (die sich nun auch Kemeten – von Kemet, schwarzes Land – nennen) fortschrittlich hilft, sondern auch die Akonen, die versuchen sich den Anubiskult zu Eigen zu machen, vernichtet. Von ihnen bleiben nur einige Gottheiten wie Bastet übrig, die jedoch von den ›wahren‹ Göttern toleriert werden.

2900. v. Chr.

Aha und die Könige der 1. Dynastie festigen das neue Reich. Die vergeistigten Kemeten wollen mehr Seelen in der Amun-Ré Pyramide und so entsteht der Kult um das Jenseits, geprägt durch die Totenbücher und die ausgeprägte Mumifizierung. Viele Gottkönige und geistig hochstehende Ägypter gehen in Osiris auf, der die Geistkonstanten nach Kemet weiterleitet.

2600 v. Chr.

Imhotep erbaut auf Anraten von Horus unter Djoser die erste Pyramide. Dank Aufzeichnungen von Atlan fällt es ihm leicht. Die Pyramide dient als Ruhestätte für den König und als Symbol der Macht der Götter. Die Pyramide spiegelt auch das alte Kemet der Götter wieder (in Anlehnung auf die Amun-Ré Pyramide) -> siehe Imhoteps Erzählungen.

2500 v. Chr.

AMUN erscheint erneut. Er ist nicht begeistert, dass die Kemeten sich in die Entwicklung der Erde einmischen und mahnt sie zur Vorsicht nicht die Pläne von ES zu durchkreuzen. Daher ist auch jegliches öffentliches Auftreten streng untersagt. AMUN teilt Osiris mit, dass sie das Auge des Laire, welches in der Nähe ihrer Station in Ro-Setau ist, verstecken sollen. Osiris kommt der Gedanke, Chufu, einen mächtigen Pharao, mit dem Bau der größten Pyramide zu beauftragen und tief unter ihr das Auge zu verstecken bis es von dem Richtigen gefunden wird. In der 4. Dynastie wird Ro-Setau bebaut und ist das Monument der Pharaonenzeit. -> Siehe Nefertis Aufzeichnungen.

2100 v. Chr.

Apophis befreit sich und versucht Chaos zu stiften. Er flieht ins Land Kanaá, wo er sich als Gottheit vergöttern lässt. Man findet ihn jedoch, doch er tötet Selket bevor er nach Seshur gebracht wird, wo er auf ewig in Gefangenschaft leben soll.

Apophis wurde schon vorher als Teufel in der Religion der Ägypter verehrt, was nun noch größer wird. Durch die Wirren bricht das Alte Reich zusammen und die Erste Zwischenzeit beginnt.

Die Götter resignieren durch den Zerfall und Hathor und Thot ziehen sich nach Kemet zurück, wo sie in Tiefschlaf auf das Ende der Verbannung warten wollen. Seth wird gezwungen, sich ihnen anzuschließen, da man vermutet, er könnte wieder Unheil stiften.

So bleiben Isis, Horus und Anubis alleine auf der Erde zusammen mit Osiris-Zentralrechner zurück. Sie beobachten das weitere Geschehen und halten sich zurück.

1500 v. Chr.

Die Unsterblichen treten nur noch selten in Erscheinung und erleben das Zweite Reich und die Zweite Zwischenzeit. Völker aus Kanaá, die auf alte Artefakte von Apophis und Seth gestoßen sind, infiltrieren Kemet. Dabei werden sie von abtrünnigen Wanderer-Androiden unterstützt, die ein Spiel gegeneinander spielen, ehe Atlan dies im Auftrag von ES unterbindet. Schließlich werden sie von Ahmose I. verjagt.

Die Götter werden immer noch verehrt und die Religion steht im Zentrum des Lebens, doch bis die Ägypter einen Evolutionssprung machen, wird es noch lange dauern, dessen sind sich die Unsterblichen sicher.

1350-1334 v. Chr.

Die akonische Forscherin Nofi Rathet reist mit dem Ara Tarol Venderu auf die Erde. Jedoch wird ihr Raumschiff durch eine falschkalkulierte Landung schwer beschädigt. Sie müssen in Kemet notlanden und werden vom jungen Kronprinzen Amenhotep IV entdeckt. Nofi Rathet und Tarol Venderu beschließen die Religion der Kemeten auszunutzen, um auf dem Planeten als Götter verehrt zu werden. Nofi Rathet nennt sich Neferetiti (Nofretete) und heiratet Amenhotep IV, den sie beeinflusst. Doch sie verliebt sich wirklich in ihn und will ihn nicht mehr beeinflussen, doch Tarol Venderu kennt keine Skrupel und lässt sich als Aton verehren. Die alten Götter werden abgeschafft und Ach-Et-Aton, wie sich Amenhotep nun als Pharao nennt, lebt mit Neferetiti, die ihm sechs Kinder schenkt, relativ glücklich. Das Volk jedoch wird unzufrieden und als Anubis aus seinem Tiefschlaf erwacht und feststellt, was passiert ist, macht er sich auf die Suche nach Aton. Anubis ist so wütend, dass er Anch-Et-Aton vernichten will, doch Neferetiti nimmt mit ihm Kontakt auf und will das Leben ihrer Familie schützen. Anubis ist einsichtig, doch Neferetiti wird von Venderu getötet, als sie ihn davon überzeugen will, den Aton-Kult zu beenden. Anubis tötet den Ara und Ach-Et-Atons Regentschaft dauert nicht mehr lange an, nach dem Tod seiner geliebten Frau. Anubis sorgt nun dafür, dass der alte Kult wieder hergestellt wird. -> Siehe Merirés Erzählungen.

1260 v. Chr.

Ramses II ist einer der letzten erleuchteten Pharaonen. Er baut viele Tempel und versucht die Ägypter voranzutreiben. Doch sein eines Leben reicht nicht aus. Hoffnungsvoll warten Isis, Horus und Anubis im Geheimen auf eine Wende, doch auch das Neue Reich geht mit der Zeit unter und fremde Völker, wie die Perser und später die Griechen beherrschen das Land. -> Siehe Tijis Erzählungen.

930 v. Chr.

Isis, Horus und Anubis begeben sich resigniert nahe Theben in Tiefschlaf, bis die Frist von AMUN verstrichen ist. Osiris will nicht aufgeben. Er will weiter an den Ägyptern festhalten.

30 v. Chr.

Das ägyptische Reich ist Zerfallen. Kleopatra ist die letzte Pharaonin und nun ist das Land unter römischer Herrschaft. Einen Tag vor ihrem Tod, erscheint Osiris ihr in ihren Träumen und bietet ihr an, ihre Seele aufzunehmen. Nachdem er das getan hat, hat er viele Pharaonen mit sich vereint. Dann beschließt er sich vom Zentralrechner abzukapseln und auf die Deaktivierung des Zeitschlosses zu warten.

ab 820 n. Chr.

Der Kalif Abd Allah al-Mamun betritt mit einer Gefolgschaft die Pyramide des Chufu als erster Mensch seit Jahrtausenden. Niemand weiß so recht, woher die Pyramiden eigentlich stammen. Er dringt dabei in eine geheime Kammer ein, wo ein defekter Shak’Arit Wächter steht. Sie aktivieren ihn aus Versehen und er tötet mit seiner Energiewaffe einige, bevor er sich mit dem Fiktivtransmitter absetzt. Der Kalif forscht weiter nach und stößt auf eine zweite Kammer, die tief unterhalb der Pyramide liegt. Eine Kammer zur unterirdischen Station der Kemeten! Die dortigen Computer lassen ihn an der Macht Allahs zweifeln und er beschließt nie ein Wort darüber zu verlieren und lässt den Schacht zuschütten. Seine Begleiter lässt er bis auf wenige töten, damit niemand das Geheimnis preis gibt. Aus Angst, die Macht Allahs könne von den Altägyptischen Göttern gebrochen werden, schreibt er seine Erlebnisse nieder und ernennt kurz vor seinem Tod die Wächter der Pyramiden, die von Generation zu Generation alles tun, um den Fund Geheim zuhalten. Diese Linie – nur kurz durch die Entvölkerung der Erde durch ES unterbrochen – zieht sich bis zu Kawai Muhalla hin. Inzwischen haben sich die Methoden geändert, denn man versucht politisch den Fund zu verhindern. Man hat viel Glück gehabt, dass man die Kammern und die unterirdische Anlage von Osiris während des Fundes des Auge des Laire nicht entdeckt hat.

Horus / Seth Konflikt

Der Mythos schließt sich eigentlich direkt an den “Osiris-Mythos” an und ist uns in zahlreichen Varianten und Geschichten erhalten geblieben. Hier wird eine gekürzte Fassung von einem Text aus der Zeit Ramses V. (etwa 1160 v.Chr.) erzählt. Die Überschriften sind willkürlich gewählt, um den Mythos ein wenig zu unterteilen.

Das Tribunal

Als Horus erwachsen geworden war, beschloss er Anspruch auf den ägyptischen Thron zu erheben, denn immerhin war er der legitime Sohn vom früheren Herrscher Osiris, der nur durch Seths Machthunger getötet wurde. Aber da hieß es erst mal, seinen Onkel Seth vom Thron zu stoßen und so wandte er sich an ein Tribunal, dem die wichtigsten Götter unter dem Vorsitz des Sonnengottes Re angehörten. Horus’ Großvater Schu und der Weisheitsgott Thot unterstützten ihn in seinem Vorhaben. Isis glaubte ihren Sohn schon sicher auf dem Thron Ägyptens zu sehen und schickte den Nordwind in die Unterwelt, um Osiris die gute Nachricht zu überbringen.

Aber Re war sich nicht sicher, ob Horus der richtige Herrscher wäre. Er ist zwar der Nachfolger seines Vaters Osiris, aber Seths Herrschaft ist immerhin durch seine Macht und Stärke berechtigt.

Seth schlug vor, den Streit außerhalb des Gerichtssaales bei einer Kraftprobe zu entscheiden. Thot stellte aber schnell die Ordnung wieder her und nun geschah die nächsten 80 Jahre gar nichts. Als die Geduld des Gerichtes zu Ende war, fragte man die Göttin Neith um Rat. Sie stellte sich mit der Begründung der Erbfolge auf Horus’ Seite, schlug aber gleichzeitig vor, Seth durch die beiden Töchter des Re Anat und Astarte zu entschädigen.

Das Gericht war einverstanden aber Re war da ganz anderer Meinung. Er nannte Horus einen Schwächling, der keine Autorität zum König hätte. Daraufhin machte ein unbedeutender Gott sich lustig über Re, so dass er beleidigt abzog. Seiner Tochter Hathor gelang es aber ihn zurückzuholen, indem sie sich vor ihm auszog und seine Freude über ihre Schönheit weckte.

Nun brachten Seth und Horus noch mal ihre Thronansprüche vor. Seth war der Meinung, dass er genau der Richtige wäre, weil er so stark und mächtig ist, die große Apophisschlange jeden Tag zu besiegen und somit das Chaos zu verhindern. Horus unterstrich noch mal seine Legitimität als rechtmäßiger Nachfolger seines Vaters Osiris. Isis schaltete sich zu Gunsten ihres Sohnes Horus ein, was Seth so sehr erzürnte, dass er drohte jeden Tag einen Gott zu töten und kein Gericht anzuerkennen, dem Isis beigehörte. Deswegen verlegte Re den Gerichtshof auf eine abgelegene Insel und befahl den Fährmann Nemty niemanden, der Isis auch nur ein wenig ähnelte auf die Insel zu lassen.

Isis’ List

Isis wollte unbedingt auf die Insel und verwandelte sich in eine alte Frau, steckte einen goldenen Ring um den Finger und nahm eine Schüssel Mehl unter dem Arm. So bestückt machte sie sich auf zur Fähre und bat Nemty sie auf die Insel zu bringen, der sich aber strikt weigerte. Isis flehte ihn an und sagte, sie müsse dringend einem jungen Hirten etwas zu essen bringen. Letztendlich ließ sich Nemty doch überzeugen und forderte als Gegenleistung den goldenen Ring.

Auf der Insel angekommen wartete Isis bis die Götter bei ihren Verhandlungen eine Pause einlegten, verwandelte sich in eine schöne Frau und näherte sich in ihrer neuen Gestalt Seth, der auch sofort Gefallen an ihr fand. Isis gab sich als Witwe aus, deren Sohn von einem Fremden bedroht wird, der ihm die väterliche Herde wegnehmen und ihm aus dem väterlichen Haus vertreiben will. Seth war empört über das Verhalten des Fremden und stellte sich auf die Seite des Sohnes. In diesem Moment verwandelte sich Isis in ein Sperberweibchen und flog zum nächsten Baum, wo sie Seth vorwarf sein eigenes Verhalten gegenüber Horus und Osiris verurteilt zu haben. Unter Tränen berichtete Seth Re was vorgefallen war. Der Sonnengott empfand aber kein großes Mitleid mit ihm. Dem Fährmann Nemty wurden zur Strafe die vorderen Glieder seiner Beine abgerissen und er schwor sich nie wieder vom Gold verleiten zu lassen.

Der Wettkampf

Das Gericht wurde in die westliche Wüste verlegt, wo die Götter Horus als rechtmäßigen Thronfolger bestätigten. Seth erhob Einspruch gegen das Urteil und forderte Horus auf in einem Wettkampf seine Kraft zu beweisen.

Seth schlug vor, dass sich beide in Nilpferde verwandeln und drei Monate unter Wasser aushalten sollen. Wer eher auftaucht, verliert den Thronanspruch. Horus war einverstanden. Nach einer Weile sorgte sich Isis so sehr um ihren Sohn, dass sie eine Harpune anfertigte. Unglücklicherweise wurde Horus aber mit der ersten Harpune getroffen, die sie aber sofort durch Zauberkraft entfernte. Der zweite Wurf traf dann endlich Seth, der Isis darum bat ihn zu verschonen. Immerhin sind die beiden Bruder und Schwester. Isis empfand Mitleid mit Seth und entfernte die Harpune. Das erzürnte Horus so sehr, dass er aus dem Nil auftauchte und ihr den Kopf abschlug, den er mit in die Berge nahm. Isis Leichnam verwandelte sich in eine Statue aus Feuerstein. Als Re von dieser Tat erfuhr, schwor er, dass er Horus finden und ihn für seine Tat bestrafen würde.

Das Auge des Horus

Eines Tages entdeckte Seth den schlafenden Horus in einer Oase, riss ihm die Augen aus und begrub sie in den Bergen, wo sie sich in Lotosblüten verwandelten. Seth hielt ihn für tot und verschwieg Re bei seiner Rückkehr Horus gefunden zu haben. Währenddessen fand die Göttin Hathor den weinenden Horus in den Bergen. Sie benetzte seine Augen mit Gazellenmilch und gab ihm durch Zauberkraft sein Augenlicht wieder. (In einer anderen Version stahl Seth das linke Auge des Horus, das den Mond verkörperte. Auch hier wurde das Auge wieder geheilt. In beiden Varianten wird das Auge nur in Einzahl erwähnt. Durch die Heilung gewann es an Stärke und war deswegen als “Auge des Horus” oder “Udjat-Auge” als Schutzamulett sehr populär.)

Isis kehrte bald darauf wieder ins Leben zurück.

Der Streit zwischen Re und Osiris

Thot überredete eines Tages Re, einen schmeichelnden Brief an Osiris in die Unterwelt zu schicken, um ihn um seinen Rat zu fragen. Osiris war entsetzt, dass man seinem Sohn so übel mitspielte. Ist er, Osiris, nicht derjenige, der die Götter mit Weizen und Gerste ernährt? Hat deswegen nicht sein Sohn Anspruch auf den Thron? Re aber behauptete, es gäbe auch Gerste und Weizen ohne ihn. Osiris wiederum unterstrich seine Macht dadurch, dass alle früher oder später in sein Totenreich einkehren müssen. Die Götter stimmten Osiris zu und dann waren sich alle einig, dass Horus der rechtmäßige Nachfolger seines Vaters ist. Seth wurde von Isis gefesselt vor Gericht gebracht und er gab aufgrund der misslichen Lage zu, dass der Thron Horus gehört. Seth erhielt als Entschädigung von Re einen Platz im Himmel, wo er sich als Donnergott am Gewitter erfreuen konnte. (In einer anderen Version wurde Seth in die Wüste verbannt, wodurch der Gegensatz zwischen Osiris als Fruchtbarkeitsgott und Seth als Sinnbild des Vertrocknens und Zerstörung deutlich wurde.)

Osiris-Mythos

Vor Tausenden von Jahren wurde Osiris König über ganz Ägypten und zeigte den Menschen den Ackerbau und kultivierte sie. Seth aber war eifersüchtig auf seinen Bruder und stellte ihm eine List. Er maß heimlich den Körper des Osiris aus und fertigte eine reich verzierte Lade nach seinen Körpermaßen her.

Auf einem Fest versprach er denjenigen, der in die Lade passte, ihm diese zu schenken. Als Osiris sich in sie hineinlegte, klappte Seth den Deckel zu und warf die Lade in den Nil.

Isis, Gemahlin und Schwester des Osiris, machte sich verzweifelt auf die Suche nach ihren Geliebten und erfuhr schließlich, dass die Lade in einem bewucherten Baum steckte. Der König von Byblos aber kam ihr zuvor und ließ den Stamm, aus Bewunderung an seiner Größe, als Pfeiler seines Palastes verwenden.

Isis hörte davon und machte sich auf nach Byblos. Der König war sehr angetan von ihr, und machte sie zu der Amme seines Kindes. Isis ernährte das Kind, indem sie ihre Finger in seinem Mund steckte. Nachts aber verbrannte sie das Sterbliche seines Körpers und flog als Schwalbe klagend um den Pfeiler. Die Königin sah erschrocken, wie ihr Kind brannte und gab Isis nun den Pfeiler.

Sie befreite den Sarg aus dem Stamm und zeugte mit der Leiche einen Sohn – Horus.

Seth entdeckte den Sarg und zerriss wütend den Körper Osiris und zerstreute seine Einzelteile über ganz Ägypten. Isis sammelte seine Körperteile ein und setzte sie wieder zusammen.

Die Geschichte geht weiter: “Der Streit zwischen Horus und Seth” nach dem griechischen Schriftsteller Plutarch (46-120 n. Chr.).

(die Verbrennung des Kindes ist griechischen Ursprungs)

Atlan und Ägypten

Der Arkonide Atlan war während seines Aufenthalts auf der Erde mehrmals im pharaonischen Ägypten.

3884 v.Chr. geleitet Atlan eine Karawane zum Nil-Delta und gibt hier vielleicht Starthilfe bei der Besiedelung.

Zwischen 2869 und 2815 v.Chr. sucht Atlan mehrmals Ägypten auf und hilft dem Pharao Menes bei der Vollendung der Reichseinigung. Atlan hilft den Ägyptern beim Ackerbau und beeinflusst positiv die Gesellschaft. Ebenfalls wehrt er einen Invasionsversuch von gestrandeten Akonen ab, die durch Beeinflussung der Anubis-Priesterschaft versuchen, ihre Macht auszudehnen. Atlan hat in dieser Zeit auch ein Verhältnis zu der Schwester von Pharao Menes, Nefer-Meryt. Nach einigen Jahren kehrt Atlan in seine Tiefseekuppel zurück und bereut die Entscheidung, Nefer-Meryt zurückgelassen zu haben. Sie stirbt früh. Atlan kehrt am Lebensende des Meni-Narmer zurück und hilft dessen Sohn für einige Monate.

Er führt im Jahre 1989 v.Chr. eine ägyptische Karawane nach China.

Um 1970 v.Chr. kehrt Atlan nach Ägypten zurück und hilft dem Pharao Amenemhet, Gründer der 12. Dynastie, gegen Schmuggler.

Zwischen 1921 und 1918 v.Chr. hilft Atlan auch Amenemhet, dem II. und kämpft gegen einen Wanderer-Androiden.

In den Jahren 1589 und 1588 v.Chr. – in der zweiten Zwischenzeit – findet Atlan heraus, dass die Herrschaft der Heka Chasut (Hyksos) in Wirklichkeit von zwei entflohenen Wesen von Wanderer hervorgerufen wird, die eine Art Spiel daraus machen.

980 v. Chr. Kann Atlan eine gefährliche Wolke aus dem Weltraum abwehren, die bereits teilweise Ägypten bedeckt.

Weitere Informationen in der Perrypedia: http://www.perrypedia.proc.org/wiki/Zeitabenteuer

Geschichte der Xamouri

Geschichte der Xamouri

71.000 v. Chr.: Völker auf Xamour beginnen, die ersten Siedlungen zu errichten. Es bilden sich im Laufe der nächsten 5.000 Jahre einige Zivilisationen und Reiche.

56.000 v. Chr.: Der Erstkontakt mit dem Volk der Rachbart endet in einem Massaker. Die Angreifer aus der Galaxie Seshonaar unterdrücken Xamour.

55.480 v. Chr.: Die Xamouri haben sich erfolgreich zur Wehr gesetzt gegen die Rachbart und sind zu einer Raumfahrernation gewachsen. Unter Gyrat werden die Rachbart vernichtend geschlagen.

Der Kosmokrat Sipustov rekrutiert die Xamouri. Sie sind fortan die Wächter des nur drei Lichtjahre entfernten Kosmonukleotids UDJAT (TRIICLE-3).

Gyrat erhält einen Zellaktivator.

29.700 v. Chr.: Nach knapp 26.000 Jahren der Dienerschaft der Xamouri für die Kosmokraten stirbt Gyrat. Er opfert sich für die Kosmokraten. Seine Nachfolger sind überfordert und rekrutieren Hilfsvölker. Diese fördern den Kapitalismus auf Xamour.

29.300 v. Chr.: Die Quhrd übernehmen die Macht auf Xamour und das einstige Hilfsvolk ist nun Beherrscher der Welt. Es entbrennt ein 200 jähriger Krieg.

29.100 v. Chr.: Radikale Reformen und die Gründung der Xamour AG führen zur wirtschaftlichen Niederlage der Quhrd und dem Ende deren Herrschaft. Die Xamour gehen nun einen Weg des totalen Kapitalismus.

28.873 v. Chr.: Geburt von Cau Thon

28.860 v. Chr.: Das erste einschneidende Erlebnis für Cau Thon: Sein Großvater muss die Entsorgungspille nehmen.

ca. 28.850 v. Chr.: Die Xamouri überwerfen sich mit den Kosmokraten. Ein Strafkommando der Nesjorianer vernichtet schließlich alles Leben auf Xamour. Einzig Cau Thon überlebt das Massaker und flüchtet nach Seshonaar.

Wirtschaftssystem in Cartwheel (1295 NGZ)

1295 NGZ wurde vom Paxus-Rat mit einer Mehrheit von 4:1 ein Vorschlag zur Führung und Ausübung der wirtschaftlichen und finanziellen Belange in Cartwheel beschlossen. Der saggittonische-somerische Vorschlag fand hierbei am meisten Anklang.

Dieser besagt, dass den Bürgern von Cartwheel mit einem Grundeinkommen als auch medizinischer Versorgung die Voraussetzungen für ein annehmbares Leben auf der Insel geschaffen wird.

Darüber hinaus kann und sollte auch nach Möglichkeit ein Wesen eine Berufung annehmen, die seiner Qualifikation und Neigung entspricht. Hierfür gelten dann die Gesetze der Sozialen Marktwirtschaft.

Die Gesetzgeber gehen davon aus, dass die Pioniere, die ja freiwillig nach Cartwheel aufgebrochen sind, auch etwas bewerkstelligen möchten und daher gerne und bereitwillig Arbeit annehmen.

Der Ausbeutung wurde der Kampf angesagt. Die Dienste von Lebewesen sind denen von Robotern vorzuziehen. Durch das Grundeinkommen und die medizinische Versorgung sind die Bürger in der komfortablen Position, selbst zu entscheiden, ob sie einen Job annehmen oder sich nach einem anderen umschauen.

Die Wirtschaft kritisierte durchgehend dieses Gesetz und prophezeite das wirtschaftliche Ende Cartwheels innerhalb eines Jahres, obgleich die Anwendung solcher Gesetze ebenso in der LFT und selbst im Kristallimperium seit Jahrhunderten gängig ist. Jedoch hofften Unternehmer darauf, auf der »neuen Welteninsel« alte Unsitten wieder einführen zu können. Allerdings vergeblich.

Historia Dorgon IV

Nach Pasus Tod versuchte der machtgierige Konsul Zabasus die Herrschaft an sich zu reißen, doch sein Vorhaben schlug fehl und er musste mit seinem Leben dafür bezahlen.

Einige Tausend Jahre Frieden wurden nun der Galaxis zuteil. Die Dorgonen strebten ihrem kulturellen Höhepunkt zu.

Geld, Gold und Macht waren nur noch zweitrangig – das Lebewesen zählte, eine Zeit voller Toleranz und Nächstenliebe, in der es keine Verbrechen mehr gab.

Das Paradies auf Erden. War es das, was der heilige DORGON uns einst vorausgesagt hatte? Jetzt, da wir auf einer wichtigen Vorstufe zu einer neuen Evolutionsebene standen, tauchte ein mächtiges Wesen auf, welches sich als Kosmokrat bezeichnete.

»Ich bin Sipustov, euer Freund und Gönner«, sprach es. »Seit Jahrtausenden haben wir euch beobachtet. Es ist nun an der Zeit, dass sich eure Bestimmung erfüllt.«

Er sagte nichts vom heiligen DORGON. Warum?

Und der Kosmokrat sprach, er sei von den Mächten der Ordnung und Dorgon wäre auserkoren, für das Recht und die Ordnung im Universum zu streiten. Er erklärte uns den moralischen Kode, welcher quasi die DNS des Universums war. Dieser Kode bestehe aus unzähligen Kosmonuklotiden. Der Kosmokrat erzählte uns von dem Zwiebelschalenmodell, von den Superintelligenzen, die viele als ihre Götter ansahen.

…war auch DORGON solch eine Superintelligenz? Wenn ja, wo war er… ?

Er sprach von den Mächten des Chaos, die alles daran setzten, die Macht an sich zu reißen und jegliche Harmonie zu vernichten.

Was nun geschah, war schwer zu beschreiben. Das mächtige Wesen akzeptierte kein »nein«. Wir sollten ihnen von nun an dienen, ob wir wollten oder nicht. Es war die Pflicht Dorgons, der Ordnung zu dienen, so die Worte des mächtigen Kosmokraten.

Anfangs waren alle begeistert und wir schlossen uns bereitwillig an. Doch die Euphorie verflog, als die Schrecken der Mächte des Chaos über uns kamen. Horden des Bösen überfielen unsere Welten und viele Dorgonen mussten in andere Galaxien ziehen, um für die Ordnung zu kämpfen.

Doch je länger wir ihnen dienten, desto weniger verstanden wir den Sinn dieses Krieges. Nie bekamen wir Hilfe von den Kosmokraten. Wir fühlten uns wie Schlachtvieh, welches von einem Punkt des Universums zum anderen geschoben wurde, um einen kosmischen Krieg zu führen, der uns doch im Grunde nichts anging. Warum wir?

Warum mussten Frauen verwitwen, Kinder verwaisen? Konnten die Kosmokraten ihnen erklären, warum ihre Männer sterben mussten? Nein! Sie machten nicht einmal den Versuch einer Erklärung. Es war selbstverständlich, ihnen zu dienen und für sie zu sterben.

Doch die Kosmokraten rechneten nicht mit dem Stolz der Dorgonen. Die Ansicht, dass wir etwas besseres als viele andere Wesen sind, machte sich nach einigen Tausend Jahren wieder breit.

Widerstand gegen die Mächte der Ordnung keimte auf und nach 7.000 Jahre im Dienste der Entitäten sagte sich der mutige Sulvarus im Namen der gesamten Galaxis von den Kosmokraten los.

Was dann folgte, hätten selbst die stärksten Aufrührer gegen die Kosmokraten nicht erwartet. Eine Plage und Strafexpedition folgte der nächsten.

Die Heerscharen anderer Hilfsvölker der Kosmokraten fielen über Dorgon her – doch wir hatten dazugelernt. Es wurde der Hypertronimpulser und der Hypertronschirm von findigen Wissenschaftlern erfunden, welche die Aggressoren in die Flucht schlugen. In einer inoffiziellen Legende hieß es, sie hätten den Codex Ocassus wiedergefunden. Eine andere Legende besagte, DORGON persönlich wäre erschienen und hätte sie den Wissenschaftlern übergeben. Doch diese sagten nie etwas dazu. Es wurde als Verschwörungstheorie ins Land der Geschichten abgelegt.

Und Sipustov sprach: »Für eure Impertinenz uns gegenüber werdet ihr büßen! Ebenso lange, wie ihr in unseren Diensten standet, werdet ihr für euren Verrat büßen!«

Das waren die letzten Worte des einst so freundlichen Kosmokraten. 7.000 Jahre lang suchte uns Leid und Tod heim. Viele Generationen waren dazu verdammt, für den Fehler, den ihre Vorfahren machten – den Pakt mit den Kosmokraten zu schließen – zu bezahlen.

Dann, 14.000 Jahre nachdem Sipustov das erste Mal aufgetaucht war, lag Dorgon in Schutt und Asche. Die Bevölkerung war stark dezimiert und wir waren weit davon entfernt, in die nächste Evolutionsstufe aufzusteigen.

Dorgon war am Ende! Die Republik zerfallen. Es entstanden viele kleine Fürstentümer, die ihr eigenes Leben führten, dennoch unter dem Banner Dorgons standen.

Jeder König nannte sich zwar Dorgone, doch er hatte nur die alleinige Macht über sein kleines und autarkes Reich.

Doch nicht lange währte diese »Kleinkrämerei«, wie einst der starke Senator Archivus diese Situation bezeichnete.

Ost- und Westdorgon wurden wieder neu gegründet und viele Fürstentümer annektiert. Es gab wieder zwei Mächte, die jedoch in Frieden miteinander lebten.

Die Erinnerungen an die Kosmokraten verblassten nach einigen Jahrhunderten. Jeder wusste von ihnen und lernte, sie zu fürchten.

Jeder hoffte, dass sie niemals wieder Dorgon aufsuchen würden. Einige tausend Jahre lebten die beiden Staaten friedlich nebeneinander und es ging uns wieder gut, bis der alte Neid und die alte Machtgier zu neuem Leben erweckt wurden.

In einer Zeit voller Hass und Argwohn beschlossen die friedlichen und stolzen Jerrer, sich von Ostdorgon abzuspalten. Sie wollten ihr eigenes Leben führen und in Ruhe zu ihrem Gott beten, der DORGON nicht als heiligen Boten ansah.

Das war der Auslöser für viele andere Staaten, wieder in die Autarkie zurückzukehren. Zur Strafe kam es zu einem Krieg zwischen den Jerrer und Ostdorgon, doch da mischte sich Westdorgon ein und es kam zu einem erneuten galaktischen Krieg der Brudervölker.

Erst nach einigen Jahren beruhigte sich das Geschehen und der charismatische Jusilus trat in Erscheinung. Er nutzte die wirtschaftlich schlechte Lage, die Armut und die Unzufriedenheit der Bürger, stürzte die beiden Kanzler und einte Ost- und Westdorgon in epischen Schlachten. Sein Ziel war wohl nun jedem klar – das dorgonische Imperium wieder aufblühen zu lassen…

»Ich bin der neue Kaiser und euer Protector Dorgonis!«, sprach er einst vor dem Senat mit hocherhobenem Kopf, die Brust voll Stolz geschwellt. Es war die Einleitung in das neue Imperium Dorgon. »Ich werde Dorgon zu neuer Blüte bringen. Ich werde es sein, der den Grundstein für die kosmische Macht Dorgon legen wird«, schwang er weiter seine Rede vor dem Senat und dem Volk. An seiner Seite stand sein Neffe, der intelligente und mit bedacht handelnde Decrusian, der stets als Ratgeber und Freund seinem Kaiser beistand.

Jusilus krönte sich zum neuen Kaiser und erklärte die gesamte Galaxis zum Imperium Dorgon. Er regierte brutal aber gerecht. Das Reich wurde ausgedehnt und erblühte tatsächlich zu neuem Glanz.

Doch Jusilus hatte viele Feinde, die sich allerdings als Freunde ausgaben, wie der gewissenlose Testusian oder der intrigante Bukulus.

Decrusian warnte den Kaiser, der stets ungestüm und zu selbstsicher an seine Feinde heranging und sich lieber auf das flüchtige Vergnügen eines Abenteuers mit der Königin der Phyrasus einließ.

»Mein Kaiser, spürst du nicht die drohende Gefahr?«

»Decrusian, mein Freund. Was soll mir schon passieren? Ich bin Kaiser und Protector Dorgonis. Niemand würde es wagen, Hand an mich zulegen. Das wäre gleichbedeutend mit seinem Ende.«

Decrusian war entsetzt über die Sturheit des Jusilus.

»Schon viele Kaiser sind eines unnatürlichen Todes gestorben. Sei vorsichtig, dass du nicht dazu gehörst«, waren die warnenden Worte seines designierten Nachfolgers, der jedoch trotz dieser lukrativen Aussicht seinem Kaiser treu ergeben war.

Decrusian musste aufbrechen, um im Namen des Kaisers eine Revolte auf Hesophia niederzuschlagen. Jusilus verbrachte die Zeit mit der schönen Amoria, der Regentin von Phyrasus. Sie war die einzige Frau, die der Kaiser jemals geliebt — wirklich geliebt – hatte.

Doch die Tragik war nicht zu überbieten, als unter der Führung des Bukulus eine Schar von Soldaten am Morgen der 17. Yde den Kaiser und seine Geliebte überraschten und meuchelten. Jusilus – stark und stolz – versuchte den Schmerz nicht zu zeigen, den die todbringenden Schwerthiebe brachten. Es hieß, er stieß seine Gegner immer wieder weg, bis er zusammenbrach. Amoria wurde mit einem Stich ins Herz sofort getötet.

Ein Soldat, der sich später Decrusian ergab, berichtete, dass sich auf Jusilus’ Lippen für einen Moment ein Lächeln legte und er die Worte »Ja… ich komme DORGON…« flüsterte, bevor er starb.

Mit dem Tod des Kaisers ging das Imperium jedoch nicht unter. Viele hatten befürchtet, dass das Imperium mit Jusilus starb, so wie er es damals wieder neu erschaffen hatte, doch es gab einen Mann, der dies zu verhindern wusste. Es war Decrusian, der sofort nach Dom eilte, als ihm die Nachricht übermittelt wurde. Voller Trauer und Zorn schwor er sich, die Mörder zu finden und zu vernichten.

Bukulus und Testusian machten jedoch kein Hehl daraus, dass sie es waren, die Jusilus meuchelten. Sie revoltierten gegen den neuen Kaiser Decrusian und versuchten ihn zu entmachten, doch mit Hilfe des Generals Alexusian, einem Sympathieträger in der Armee, gelang es Decrusian den Aufstand niederzuschlagen und ihn und Testusian nach einem zweijährigen Krieg gegen Bukulus zu besiegen und hinrichten zu lassen.

Decrusian galt – wie sein Vorgänger auch – als harter aber gerechter Kaiser. Dem Volk der Dorgonen ging es unter ihm sehr gut. Er dehnte das Reich aus – bis zum letzten Winkel der Galaxie.

Das Imperium Dorgon, das seit Äonen schon existierte, war nicht zu vertilgen. Decrusian versprach es werde ewig existieren.

Er war es, der die alten »Tugenden« wieder einführte, die Jerrer versklavte und nur die reinen Dorgonen in die Armee ließ. Die Extraterrestrier wurden enteignet und teilweise versklavt.

An den Jerrern, dem so verhaften Volk, statuierte er ein Exempel. Ihnen wurde auf ewig die Rechte als Dorgonen abgesprochen. Sie sollten für immer Sklaven sein!

Eine glorreiche Zeit brach an, die noch heute andauert. Auch nach Decrusians Tod, nach 112 Jahren Amtszeit eines Heroen der dorgonischen Geschichte. Ein seltsames Geheimnis umgibt seinen Tod. Im Alter von 175 Jahren erkrankte er schwer und seine Stunden waren gezählt. Im Sterbebett liegend, so hieß es, begann er zu phantasieren. Er sprach von einem Auftrag. Er schien zu glauben, dafür auserkoren zu sein. Einen Auftrag, den er unbedingt ausführen musste. Doch er starb in der selben Nacht und niemand erfuhr, worum es ging.

Ich habe mein ganzes Leben damit verbracht, die Chronik der letzten knapp 25.000 Jahre Dorgons aufzuschreiben… Dies ist nur ein kleiner Auszug, der einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse darstellt. Der junge Dorgone ist leider des Lesens überdrüssig geworden. Er zieht es vor, sich dem Schwert, der Frau oder dem Wein zu widmen, anstatt in der Geschichte seiner Ahnen zu forschen.

Viele Kaiser, viele innere Kriege und viele goldene Zeiten boten die letzten 4.000 Jahre des mächtigen dorgonischen Reiches.

Doch niemals tauchte der heilige Bote DORGON wieder auf. Warum hatte Sipustov niemals von ihm gesprochen? Warum hatte DORGON uns nicht in den schwersten Stunden geholfen? Die Wege der Götter waren und sind stets unergründlich.

Das dorgonische Reich war stark, doch war es gut? Nein! Viele Völker litten unter der Macht Dorgons. Der Leidensweg der Jerrer war ein Beispiel dafür. Der Bann des Decrusians wurde aufgehoben und oftmals wieder erneuert. Die Jerrer blieben trotzig und wurden immer wieder entrechtet, nachdem sie für einige Jahrhunderte immerhin einen besseren Status genossen hatten. Sie waren nur ein Beispiel dafür, dass Ungleichheit herrschte.

Doch mir steht kein Urteil zu. Ich bin bloß ein Geschichtsschreiber, ein Chronist, der es sich nicht mit Kaiser Thesasian verscherzen sollte, auch wenn er mich als seinen Freund ansieht.

Ich lebe in der Ära des Thesasian. Seit nunmehr 76 Jahren herrscht der Imperator. Vermutlich wird er mich noch überleben. Thesasian hat Stabilität durch seine lange Regentschaft gebracht. Doch auch er wich nicht von den alten Lastern ab. Legendär waren seine Fehden im Forum Preconsus mit dem Konsul Uleman. Immer wieder wurde dabei die Sklaverei thematisiert. Es gab nicht wenige Dorgonen, die gegen die Sklaverei waren. Die Mehrheit stand dem prakmatisch gegenüber. Sie wollten ihren Besitz nur ungern verlieren.

Obwohl Uleman sogar eine Affäre mit der Kaisergattin nachgesagt wurde und sie in seiner Villa verstarb, hatte Thesasian ihn nie angeklagt. Es war streng verboten, darüber auch nur zu spekulieren.

Thesasian ist seit dem Tod seiner Frau verbittert geworden. Er plant Großes und will die Macht Dorgons ausweiten, in einer fernen Sterneninsel mit dem Namen Milchstraße. Doch ob er es zu Lebzeiten vollbringen kann, weiß niemand zu sagen. Er ist zwar inzwischen 111 Jahre, aber noch stark, doch das Pack seiner Familie, allen voran sein schwachsinniger Sohn Carigul, sind besessen auf die Nachfolge und wünschen sich jeden Tag das Ende ihres Kaisers.

Doch Thesasian hat ihren Respekt. Sie haben geradezu Angst, weil sie wissen, dass er noch mächtig ist und sie sofort töten würde, wenn sie es wagen würden, an seinem Thron zu rütteln.

Die letzten nennenswerten Ereignisse, waren die Schlacht am Throgahn-Dreieck bei dem die Widerstandsgruppe »Neue Republik« vollständig aufgerieben und der Anführer Erastos ermordet wurde. Diese Schlacht machte den heldenhaften Soldaten Vesus zum Dux Superior, dem Oberkommandanten der dorgonischen Streitkräfte.

Ein weiteres Ereignis war das Auftauchen eines seltsamen Wesens in roter Haut und schwarzer Kutte. Er war es, der Thesasian auf die Milchstraße aufmerksam machte. Er sagte, dort sei eine Ansammlung von mächtigen Wesen, die Dorgon gefährlich werden könnten. Er war es, der Thesasian dazu riet, dem Höhepunkt seiner Regierung entgegenzugehen und als erster Kaiser eine andere Galaxis dem Reich einzuverleiben. Thesasian war begeistert von der Idee. Die Wesen in der Milchstraße schienen ebenbürtige Gegner zu sein.

Außerdem gab es ein geheimes Protokoll. So hieß es, dass Thesasian die Sklaverei für alle Dorgonen und deren Abkömmlinge in unserer Galaxis abschaffen würde. Nichtdorgonen waren jedoch nicht gemeint. Als Ersatz würden menschliche Sklaven aus der Milchstraße, denn dort gab es viele Menschen, nach Dorgon verschifft werden.

Der Fremde zeigte Thesasian ein mächtiges Sternenportal im Protektorat Harrisch. Durch diesen gigantischen Transmitter konnten die Dorgonen innerhalb kürzester Zeit in andere Galaxien reisen, wenn sich dort auch ein Portal befand.

Thesasian entsandte den ehrgeizigen Legaten Seamus, der in der Milchstraße einen Widerstand aufbauen sollte, um die Regierungen und die Infrastruktur zu schwächen. Für einige Monate war sogar der Neffe des Kaisers, Nersonos, in der Milchstraße gewesen und hatte nach seiner Rückkehr von der prächtigen Galaxie berichtet. Doch seitdem hatten wir nie wieder etwas von Seamus gehört. Thesasian entsendete erst vor kurzer Zeit eine zweite Expedition.

Wer der Fremde war, sagte er nicht. Auch nicht vorher er kam. Doch seinen Namen. Es war ein seltsamer Name, er klang dunkel und bedrohlich. Er nannte sich Cau Thon…

Aus dem Geschichtsbuch des Nirvus, 1292 NGZ

Historia Dorgon III

Der Krieg war vorbei. 10.000 Jahre Morden war vorüber, doch der Preis war hoch. Vielleicht nicht für die Dorgonen, welche siegreich das Schlachtfeld verließen, aber für alle anderen Wesen.

Die Charkos existierten nicht mehr. Mit biologischen Kampfstoffen auf der Basis von Viren wurden die Spinnenwesen ausgerottet.

Die Tutsamanen und Zarkos ergaben sich und baten um die Gnade Dorgons — vergeblich, denn Dorgon war die Macht, die Herrlichkeit, die Macht der Götter in dieser Galaxis.

Die Zeiten des dorgonischen Königreichs waren vorbei. Sulvetius krönte sich zum Kaiser und rief das kaiserliche Imperium Dorgon aus!

Die Gesetze wurden geändert. Die Rechte der Außerirdischen wurden beschnitten. Der Dorgone war das höchste Geschöpf. Alle anderen Kreaturen dienten dazu, für Dorgon zu arbeiten. Das zurückgezogen lebende Sternenreich der Harriden wurde besetzt. Sulvetius begann die Galaxis in Protektorate und Provinzen zu unterteilen. Die Harriden mussten mit Dorgon kooperieren und erhielten dafür die Oberhoheit über das Protektorat Harrisch. Sie waren die einzige Ausnahme an Nichtdorgonen, denen dieses Mitbestimmungsrecht gebilligt wurde.

Die heidnischen Jerrer waren inzwischen mächtig geworden. So alliierte Sulvetius vorerst mit ihnen. Sie bekamen die Oberhoheit über das Protektorat Rosza, benannt nach dem ersten Gründervater von Jerrat.

Im Laufe der nächsten Jahrhunderte, innerhalb der blutigen Ära Sulvetius und seiner Söhne, wurden die Zarkos und Tutsamanen vernichtet. Es gab keinen mehr von ihnen in Dorgon. Der größte Völkermord fand gleich dreimal in dieser Galaxis statt.

Alles im Namen Dorgons, Domulus und der Götter!

Nach einigen Jahrhunderten zerbrach auch die Allianz mit den Jerrern und den Harriden. Sie wurden versklavt. Die Jerrer erhielten immerhin noch Mitspracherecht, während das Protektorat Harrisch komplett von Dorgonen verwaltet wurde.

Uns, den Geschichtsschreibern, wurde aufgetragen, von der Herrlichkeit dieser Glanztat zu berichten. Aber ich schrieb nur die Tatsachen auf, die unmissverständlichen Schlüsse, welche sich aus meinem Tun ergeben, muss die Nachwelt selbst ziehen.

30.000 Jahre lang zeigte sich das Imperium Dorgon in voller Pracht und beherrschte die gesamte Galaxis. Sie hatten alles erreicht. Sie besaßen alles. Die Welt wurde dekadent. Korruption, Bürokratie und Intrigen hielten Einzug in das Reich.

Die vielleicht tragischste Figur in diesen Jahren war der Kaiser selbst. Imperator Romus XI. wurde von seiner eigenen Frau während der Reinigung ermordet.

Das Imperium brach zusammen. Jeder versuchte von da an, an die Macht zu gelangen. Gallus, Seramus, Tazus oder gar der Jerrer Jefru.

Niemand konnte den Kaisertitel lange halten. Ein Mord folgte dem anderen. Niemand wollte mehr Kaiser werden.

Revolten in den versklavten Kolonien zwangen den Senat zu Reformen. Die drei Söhne Romus XI. kämpften um ihr Recht. Es kam, wie es kommen musste: Dorgon wurde geteilt. In Ost-, West-, und Süddorgon.

Drei Reiche, zwei davon zuviel, denn die einst einander liebenden Brüder bekämpften sich bis auf das Blut, um sich das Reich des anderen einzuverleiben.

Auch längst nach dem Tod der Brüder wurde weitergekämpft. Warum gekämpft wurde, vermochte niemand mehr so recht zu beantworten. Man kämpfte, weil die Vorväter bereits einander bekriegten. Es war ein sinnloser Krieg im eigenen Volk, der lange währte.

Nach 2.000 Jahren war er noch immer nicht vorbei. Auch wenn Ostdorgon liberaler wurde und den Außerirdischen mehr Rechte einräumte, so waren Süd- und Westdorgon immer noch feindselig eingestellt.

Weitere 2.000 Jahre des Krieges mit kurzen Friedenszeiten und neuerlichen Kriegsphasen vergingen, bis die Weisheit endlich siegte. Der religiöse Pasus pochte auf die alten Werte des Domulus und der Verpflichtung, die man gegenüber Dorgon und seinen Göttern hätte.

Pasus schaffte das Unfassbare – er einte das Reich und rief die alte Republik wieder ins Leben zurück. Der Senat hatte mehr Rechte und Pasus wurde Kanzler der Republik Dorgon. Auch die Außerirdischen und Sklaven wurden als vollwertige Wesen angesehen.

Die goldenen Zeiten der Republik begannen.

Eine Zeit voller Stolz und Ehre. Eine Zeit, an der die Nachwelt mit Freude zurückdenken kann!

Aus dem Buch des Sixus, vor 35.000 Jahren

Historia Dorgon II

Das Werk meines Urahns bin ich gewillt fortzusetzen. Die Tragödie hat ein Ende, denn es hat sich jemand erbarmt. Ein mutiger, starker Ägone. Vielleicht ein Auserwählter Dorgons? Sein Name: Domulus!

Doch nach Jahrtausenden der Knechtschaft durch die Charkos, ist er gekommen und hat sich gegen sie erhoben.

Die Spinnen haben uns alles genommen. Den Menschen wurde alles geraubt, ihr Land, ihre Ernten, ihre Familien. Nur zu dem einen Sinne, nämlich den Charkos als Nahrung zu dienen. Doch einer wollte nicht sterben.

Es hieß, Domulus sei aus den Todeshöhlen entkommen und hatte zwanzig Charkos getötet. Wahrscheinlich waren es nur zwei, doch was zählte war, dass die Ägonen, Sulviten und wie sie alle hießen einen neuen Anführer hatten, der den Widerstand gegen die Unterdrücker offen propagierte!

Domulus besaß die Intelligenz der Götter. Er erlernte die Technik der Invasoren und verstand sie. Man munkelte, dass Dorgon ihm erschienen war und er ein Zeichen erhalten hatte. Die Legende spricht von dem Protector, einem Schwert als goldenem Metall der Götter. Es hieß, Domulus sei für eine zeitlang zu den Göttern aufgestiegen. Bei seiner Rückkehr trug er jenes Schwert, dem Symbol seiner Macht und jener der Götter. Atumre und DORGON höchstpersönlich hätten ihn zum Codes Ocassus geführt, der Domulus Erleuchtung brachte und das Verständnis über die Technologie der Charkos.

So wurde Domulus zum Protector Dorgonis.

Legende oder Wahrheit? Ich weiß es nicht…

Der Kampf begann. Offene Angriffe gegen die elenden Charkos waren nun an der Tagesordnung. Doch blutig und grausam richteten die Bestien die Revoltierenden.

Domulus gab jedoch nicht auf. Er fand immer mehr Anhänger. Wie ein Lauffeuer verbreiteten sich seine Heldentaten.

Er baute innerhalb von drei Jahren eine große Armee auf und vollbrachte das, wozu selbst der heilige DORGON nicht in der Lage gewesen war: er vereinte die Ägonen und Sulviten!

Die Schlacht am Terarberg war die vielleicht bedeutendste in der jungen Geschichte des Volkes. In dieser gelang es, den ersten großen Sieg gegen die Charkos zu erringen. Domulus tötete einen der Anführer und erbeutete die Technik, die man sich nun zu nutzen machte.

Schnell waren auch Energiegeschütze und Fluggeräte gebaut, denn jeder arbeitete daran, doch nicht das Schwert besiegelte das Schicksal der Invasoren, sondern der Virus.

Eine Virusinfektion, die von Gesteinen tief in den unterirdischen Stationen hervorgerufen wurde, wirkte auf die Charkos tödlich.

Sie zogen ab! Die Freiheit für unseren Planeten war gekommen. Domulus war unser Anführer und unser König!

Da erschien DORGON und lobte das Volk seines Namens. Er wies uns die Richtung, bestimmte, dass Domulus einer der Auserwählten sei und sagte dem Volk ein großes Schicksal voraus. Das Volk, welches von nun an den Namen seiner selbst tragen solle, als Zeichen der Einheit; der Planet, wie das Volk, ein geeinter Name: Dorgon!

Und so kam es.

Es begannen die ersten goldenen Jahre. Der Wiederaufbau beschäftigte alle. Die Forschung blühte auf. Die Technik der Charkos wurde weiterentwickelt und Domulus war der erste Dorgone auf unseren Monden.

Domulus erforschte unser Sonnensystem und nannte es Dorgonia, die Mutter Dorgons. Der Planet Helsuk wurde kolonisiert und wurde somit die zweite Heimat unseres Volkes.

Es herrschte ein Jahrhundert lang Frieden und Aufschwung unter der Regentschaft unseres Königs Domulus. Doch auch unser Held konnte sich nicht gegen die Zeit behaupten.

Er starb!

Zu seinen Ehren wurde die Stadt Dom gebaut. Sie sollte für seine seelische Unsterblichkeit zeugen und auf alle Zeiten die Hauptstadt Dorgons sein.

Sein Nachfolger, der edle Romanus, begann das, wozu Domulus nicht mehr kam: Die Erforschung der Galaxis.

Immer mehr Welten wurden kolonisiert und von Dorgonen besiedelt. Unliebsame Kasten wie die der Jerrer wurden von der blühenden Hauptwelt verbannt, da sie andere Götter anbeteten.

Zuerst fügten sie sich in ihr Schicksal, doch sie wollten die dauerhafte Verbannung nicht akzeptieren. Es kam zum ersten bewaffneten Konflikt zwischen den Dorgonen seit Jahrhunderten. Der weise König Arunus schenkte den Jerrer jedoch ein ganzes System und glaubte so das Problem gelöst zu haben.

Dorgon erweiterte sein Herrschaftsgebiet immer mehr und traf bald auf die ersten primitiven außerirdischen Völker, die allerdings leicht besiegt werden konnten.

Unter Hermasus IV. – 890 Jahre nach Domulus Tod – wurde verkündet, dass das Volk der Dorgonen die einzige intelligente Lebensform in der Galaxis sei und so bestimmte er, dass die Galaxis von nun an ebenfalls Dorgon hieße. Die Dorgonen waren die Auserwählten und die Krönung der Schöpfung!

Jahrtausendelang lebten die Dorgonen in diesem Glauben, bis sie knapp 2.000 Jahre später auf das Volk der Tutsamanen trafen. Die echsenähnlichen Wesen beanspruchten für sich das Vorrecht, die größte Macht in der Galaxis zu sein.

Es kam zum Krieg der beiden galaktischen Mächte, in der eigentlich nur der Tod der wahre Sieger war. Viele Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte vergingen, bis es zu einer Wendung kam. Die Tutsamanen, stark geschwächt durch die Dorgonen, verbündeten sich mit den Vogelwesen Zarkos und dem ärgsten Feind der Dorgonen, den Charkos!

Kolonien wurden grausam überfallen und geplündert. Ich als Geschichtsschreiber weiß, wovon ich spreche. Mein geliebtes Weib und drei meiner Kinder wurden von den Charkos gemeuchelt.

Ich liege im Sterben und verwünsche diesen elenden Krieg. Ich sehne Domulus und Dorgon zurück, doch es wird Nacht um mich.

Möge es der Nachwelt besser ergehen…

Aus dem Buch des Iramus, vor 80.000 Jahren

Historia Dorgon I

Vor vielen Milliarden Jahren schufen die Götter die Galaxis. Sie ließen sie Milliarden Jahre gedeihen, bis das erste Gewürm auf den unzähligen Planeten zu existieren begann.

Viele Millionen Jahre später widmeten sich die Götter dem Planeten Dorgon und schenkten ihm Leben – intelligentes Leben!

Die Tierwelt beherrschte einst diese prachtvolle Welt, doch der Mensch lief ihr den Rang ab und begann sich — auserkoren von den mächtigen Göttern — zu entwickeln.

Die Götter, sie lebten in den tiefen der Galaxis in ihren erhabenen Sternenschiffen und Welten, die für ein normalsterbliches Lebewesen nicht einmal annähernd vorstellbar noch erreichbar waren.

Der Gottvater Atumre spendete mit seiner Kraft das Licht aller Milliarden Sonnen. Über die Leere und Finsternis zwischen den Sternen regierten Anjetus und Nebtadjeser. Sie zogen die verstorbenen Seelen in das Nichts und führten sie zu neuen Aufgaben im Paradies oder schickten sie in die Hölle. Aus der Kraft aller Sterne war einst Atumres Sohn geboren: DORGON!

Vor zweihunderttausend Jahren traten die ersten Völker in Erscheinung. Sie waren primitive Nomaden und zogen von Land zu Land.

Viele Tausende von Jahren befehdeten sich die Stämme gegenseitig, nichtsahnend von der kosmischen Bestimmung, die einst ihre Nachkommen erfahren werden.

So geschah es achtzigtausend Jahre später, dass sich die ersten Stämme zu festen Siedlungen zusammenfanden, die dann die ersten Reiche bildeten.

Doch die Zeit und das ewige Eis verwischten ihren Spuren. Die alten Hochkulturen existieren nur noch in den Legenden und Trinkgeschichten der Krieger.

Uns ist bekannt, dass es einige Tausend Jahre später eine gigantische Wanderung der Stämme über die Erde gab. Sie vermischten sich, tauschten ihre Kulturen miteinander aus und bildeten die ersten standhaften Völker und Reiche.

Im Laufe der Jahrhunderte setzte sich ein Volk durch — die Ägonen! Ein stolzes und starkes Volk, das sich anschickte zur größten Macht der Götter Welt zu werden.

Prunkvolle Städte, heroische Schlachten und starke Helden prägte die Ära dieses Volkes. Doch sie waren nicht die Auserwählten – noch nicht…

Die Geschichtsschreiber von einst gestehen der goldenen Zeit der Ägonen fünftausend Jahre zu, bevor sie von den Sulviten abgelöst wurden.

Lange und blutige Kriege überzogen das Land. Frauen wurden gemeuchelt, Häuser und ganze Städte verbrannt, dann verfiel das glorreiche Reich der Ägonen zu Staub.

Versklavt von den Sulviten verloren die Ägonen immer mehr an Bedeutung. Die Zeit degradierte sie zu einem drittklassigen Volk.

Das Zeitalter der wilden Sulviten begann. Die Barbaren aus der Steppe, dem kalten Norden, plünderten und brandschatzten alle bekannten Zivilisationen unserer Welt.

Da geschah ein Wunder und ein Zeichen! Der Prophet, der Abgesandte der Götter, DORGON, erschien und stellte sich allein und unbewaffnet vor die Armeen der finsteren Sulviten, angeführt von dem Teufel Sethophia.

Der Erlöser ermahnte die Sulviten und forderte sie auf, die Waffen niederzulegen. Und der zu Fleisch gewordene DORGON sprach, alle Völker sollten sich verbrüdern und den Streit begraben. Sie sollten in Frieden zusammenleben und sich auf die Ereignisse der Zukunft vorbereiten, denn eine Gefahr war im Kommen.

Vergöttert von den Ägonen und anderen versklaven Völkern, ausgelacht von den Sulviten, wurde DORGON ermordet. Bei lebendigem Leibe wurde der Abgesandte der Götter verbrannt, seine Gebeine in alle Himmelsrichtungen verteilt.

Die Sulviten waren am Höhepunkt ihrer Macht, regierten blutig über die ganze bekannte Welt, da suchte sie die Prophezeiung DORGONs heim.

Die Tiere landeten! Spinnen, gigantisch und intelligent – aber ebenso so brutal – kamen aus den Sternen. Waren sie auch Abgesandte der Götter? Waren sie die Bestrafung für die Sulviten? Waren sie die Prophezeiung, von welcher der geheiligte DORGON sprach?

Doch warum bestraften sie alle? Sie machten weder vor Ägonen, Träader, Karponen noch vor den religiösen Otzonen halt. Alle wurden verschleppt und kamen in den Bauch der Invasoren.

Das war vor vielen Tausend Jahren, doch nichts hat sich bis heute geändert. Wie Vieh werden wir gezüchtet und zur Schlachtbank geführt.

Die Spinnen mit dem diabolischen Namen Charkos sind uns weit überlegen. Sie besitzen Techniken, die von den Göttern stammen müssen.

Die Götter…

Der Glauben an sie verfliegt, denn mehr und mehr zeigen uns die Charkos, dass unsere Welt nur eine von vielen ist. DORGON sprach auch davon, wir wären die Auserwählten, doch wie konnten wir es sein?

Die Priester sind am Ende. Die Charkos erzählen uns von Völkern, die durch das Universum fliegen, und dass unsere Götter nur Hirngespinste sind. Sie brechen uns in aller erdenklicher Hinsicht.

Ich werde das Ende unserer Zivilisation nicht miterleben müssen. Aufgewachsen und gestorben in Knechtschaft, das ist mein Schicksal gewesen.

Ich bete zu Dorgon und seinen Göttern, dass meine Nachfahren eine bessere und glorreichere Zeit haben werden.

Doch sie sollen an diese finsteren Zeiten erinnert werden. Sollten meine Zeilen, die Chronik des Leidens unseres Volkes, die Nachwelt erreichen, so hatte mein Leben doch einen Sinn gehabt.

Möge sich Dorgons Prophezeiung eines Tages erfüllen…

Aus dem Buch des Asumas, vor ca. 100.000 Jahren

Protector Dorgonis

Das als “Protector Dorgonis” oder auch nur als “Protector” bezeichnete Artefakt spielte mehrmals innerhalb der dorgonischen Geschichte eine herausragende Rolle. Sein Ursprung verliert sich in der mythischen Frühzeit Dorgons, über die
außer dem sogenannten “Codex Ocassus” keine geschichtlichen Quellen existieren. Das erste, geschichtlich durch Quellen verbürgte Erscheinen fällt in die Zeit der Gründung des Kaisertums durch Domulus.

Vor etwa 95 000 Jahren …

Dorgon befand sich am Tiefpunkt seiner Geschichte. Nachdem die nationalen Gegensätze zwischen den dorgonischen Reichen durch Kriege und Verhandlungen überwunden wurden und sich, konnte man den Mythen im Volk trauen, nach
Jahrhunderttausenden wieder ein einiges Reich zu bilden begann, kam die Geißel der Galaxie über die Heimat der Dorgonen.

Millionen und Abermillionen grausamer Spinnenwesen überziehen Dorgon mit einer Welle von Tod und Verderben und errichten ein Reich des Terrors. Die Charkos, wie sich die grausamen Mordspinnen selbst nennen, versklaven die Bevölkerung,
um sie als Nahrungsquelle zu benutzen.

Jahrtausende vergehen und die dorgonische Menschheit steht vor der Vernichtung. Nur noch wenige Hunderttausende vegetieren in den Zuchtlagern der Charkos, die endgültige Ausrottung steht bevor. Da erschien dem jungen Ägonen Domulus, der
gerade zwei Charkos erschlagen hatte und in den Dschungel geflohen war, ein Wesen aus Licht mit der Macht eines Gottes, er wurde in den Himmel entrückt und dort ausgebildet. Domulus kehrt schließlich zurück, auf Dorgon sind nur wenige
Tage vergangen, obwohl er Jahre in der Welt jenseits des Himmels verbracht hatte. Domulus wird wiedergeboren und pflanzt den Keim des Aufstandes in die dahinvegetierenden Massen und führt die Dorgonen innerhalb weniger Jahre zum Sieg.

Als sichtbares Zeichen der Gunst der Götter trägt er ein machtvolles Schwert, das die Feinde Dorgons tötet, wie eine Sense die Grashalme schneidet. Als “Protector” wird dieses Schwert zur Legitimation des dorgonischen Kaisertums, wobei
der Träger des Schwertes den Ehrennamen “Protector Dogonis” führen durfte.

Unter Domulus begann der der kometenhafte Aufstieg der Dorgonen. Ein einheitliches Reich entsteht und der Kaiser wird zum Lehrer des Volkes. Doch bereits unter seinem Nachfolger Romanus geht der “Protector” wieder verloren.

*Persönliche Anmerkung Sato Ambushs:

In Verbindung mit dem “Codex Ocassus” vermute ich, dass es sich bei dem geheimnisvollen Lichtwesen um einen”alten” Dorgonen aus der Vorzeit handelt, der den Bruderkrieg überlebt hatte.

Wieder vergingen Jahrtausende, das dorgonische Kaiserreich expandierte und beherrschte schließlich die gesamte Heimatgalaxis. Die Charkos werden ausgerottet und die Reiche der reptiloiden Tutsamen und avoiden Zarketos erobert. Weitere
Völker wie die Ponas oder Elevus unterwarfen sich freiwillig. Das dorgonische Reich zerfiel danach in mehrere selbstständige Teile, die sich gegenseitig bekriegten.

Schließlich wird Dorgon zur Republik und Konsul Pasus einigt die verschiedenen dorgonischen Reiche wieder unter seiner Führung. Das Reich entfaltet Macht und Gerechtigkeit und trat vor etwa 28 ??000 Jahren in den Dienst der Kosmokraten,
um in ihrem Auftrag unzählige Kriege und Befriedungsaktionen durchzuführen.

Vor etwa 18 ??000 Jahren ??

Das dorgonische Volk ist der vielen Kriege in Diensten der Kosmokraten müde. Nachdem der dorgonische Senat die Allianz mit den Ordnungsmächten aufgekündigt hatte, droht der Kosmokrat SIPUSTOV mit der Vernichtung. Strafexpeditionen der
Ordnungsmächte drängen die Dorgonen bis auf ihre Heimatwelt zurück. Die Kosmokraten rüsten die verschiedenen Fremdrassen mit moderner Technik aus, Milliarden Dorgonen werden ermordet. In dieser Situation taucht wieder das geheimnisvolle
Schwert auf, Konsul Scullinus gelingt es das Heimatsystem zu schützen und mit der neuen Hypertrontechnik die Hilfsflotten der Kosmokraten zurückzuschlagen.

Fast scheint es nun so, dass damit eine neue Blüte Dorgons bevorsteht, doch Scullinus wird von einer unbekannten Krankheit befallen, die zum Wahnsinn führt und der Protector verschwindet wieder. Daraufhin wird auf Befehl des Senates
entmachtet und verhaftet, doch seine Nachfolger sind völlig korrupt und unfähig, sie verspielen endgültig die Einheit der Republik.

Erneut versank Dorgon in einem Bürgerkrieg, der zum endgültigen Verfall der Republik führte. Die folgende Zeit ging unter der Bezeichnung “Dunkle Jahrhunderte” in die Geschichte ein, Dorgone kämpfte gegen Dorgone, die nichtmenschlichen
Völker erhoben sich und griffen nach der Herrschaft in der Heimatgalaxis, eine starke Zentralmacht, die Frieden und Sicherheit garantieren konnte, war nicht mehr vorhanden. Das dorgonische Reich zerfiel in unzählige kleine und kleinste
Staaten, die sich gegenseitig bekämpften. Der Senat auf Dorgon war ohne Macht.

Vor etwa 6500 Jahren

Dorgon lag in Trümmern, die Raumfahrt war weitgehend eingestellt, selbst die Verbindung mit den verschiedenen Kolonialvölkern wie Jerrer, Jarvaren oder Tasumen war abgebrochen. Auf dem Heimatplaneten selbst herrschte ein Klima der
Dekadenz und des Verfalls. Durch die Plebis-Tribune hatte der Abschaum der dorgonischen Gesellschaft die Macht ergriffen und die Republik in einen den Abgrund geführt. Orgastische Feste und blutige Massenhinrichtungen waren an der
Tagesordnung, die öffentliche Moral verkam.

In dieser Situation wurde der junge Helsuki Jusilus zum Senator des sechsten Planeten gewählt. Jusilus nahm die erste Gelegenheit wahr, an Bord einer Planetenfähre von Helsuk nach Dorgon zu reisen. Dort schuf er sich innerhalb des
dorgonischen Plebs eine Massenbasis und wurde schließlich zum Plebistribun ernannt. Jetzt taucht wieder der Protector auf und verhilft Jusilus zu einem kometenhaften Aufstieg. Er eint Dorgon, schlägt die nichtmenschlichen Völker und
beendet die Zeit der Republik. Schließlich krönt er sich selbst zum Kaiser und ordnet das Kaiserreich in vier Protektorate, die durch vier Konsuln regiert werden. Der Senat wird weitgehend entmachtet und die Macht auf den Kaiser und die
Konsulen konzentriert. Doch Jusilus sollte den Aufstieg Dorgons nicht mehr erleben, bei der Krönungsfeier fiel er unbekannten Meuchelmördern zum Opfer. Dabei verschwand wieder der Protector und blieb verschollen.

Codex Occassus

Uralte Überlieferungen des dorgonischen Volkes

Ein weiteres Rätsel aus der mystischen Vorzeit Dorgons stellt der sogenannte Codex Ocassus dar. Hierbei sei jedoch angemerkt, dass die nachfolgenden Ausführungen selbst innerhalb der dorgonischen Geschichtsforschung äußerst umstritten
sind und nur von einer Minderheit der Mitglieder der Rhetoricum Scientia vertreten werden. Diese Anmerkung muss allerdings dahin gehend ergänzt werden, dass sich die Zweifel nicht auf die Herkunft und Existenz des Artefakts aus einer
weit im Dunkel der Geschichte zurückliegenden Zeit beziehen, sondern allein und ausschließlich auf die Entzifferung der geheimnisvollen Symbolsprache, die in Form von Strahlungshologrammen auf mehreren Zylinderebenen aus dem Artefakt
extrahiert wurden.

Der Codex wird offiziell das erste Mal vor etwa 95 ??000 Jahren auf Patronn von Domulus, dem Gründer des neuen dorgonischen Reiches, gefunden. Angeblich, und da verlassen wir bereits die Welt der reinen Fakten, entwickelte Domulus unter
dem Einfluss des Codex die technologischen Grundlagen, um die Sklaverei der Charkos zu beenden. Hier scheinen sich jedoch der Codex und die Legende des Protector Dorgonis zu widersprechen. Wie dem auch sei, Jahrtausende später konnte
das Alter des Codex durch genaue Materialanalysen auf etwa zwei Millionen Jahre bestimmt werden. Wieder vergingen mehrere Jahrtausende, in denen unzählige Wissenschaftler versuchten, die rätselhafte Symbolschrift des Codex zu
entziffern. Nachdem alle Versuche gescheitert waren, geriet das Artefakt in Vergessenheit, bis schließlich Flaviur Arranius nach einem Weg suchte, Unsterblichkeit zu erlangen. Für seine Anhänger war und ist er der größte Wissenschaftler
des dorgonischen Volkes, für seine Gegner allerdings der größte Scharlatan und Betrüger, der je Mitglied des ehrwürdigen Rhetoricum Scientia geworden war.

Nun, Flaviur Arranius erreichte sein Ziel, er veröffentliche das Testament der Ahnen, wie er die Entschlüsselung der Symbolschrift der geheimnisvollen Hologramme nannte. Dieses Testament berichtete von der Größe der Vorfahren, die vor
über zwei Millionen Jahren, angeblich den Göttern gleich, zwischen den Sternen gelebt und geherrscht hatten. Hiermit erreichte er vor allem im einfachen Volk eine Popularität, die ins Unermessliche stieg.

Doch auf den steilen Aufstieg folgte ein umso tieferer Fall. Wenige Wochen nach der Veröffentlichung seiner sensationellen Enthüllungen fand man die Überreste, die eine Blasterladung von ihm übrig gelassen hatte. Der Mörder eines
unbekannten Volkes hatte versucht, zuerst das Genie und danach den Codex zu vernichten. Das Erstere war ihm gelungen, der Codex jedoch hatte den Attentäter getötet, indem er die Energie der Waffe auf ihn selbst zurückgeworfen hatte. Aus
den biologischen Resten konnte später festgestellt werden, dass er einer unbekannten humanoiden Rasse angehörte. Dieser geheimnisvolle Anschlag führte dann dazu, dass viele Jahrhunderte keinerlei Zweifel an diesem sogenannten Testament
geäußert wurden.

Töchter Dorgons

Ein alter Mythos

Auch diese Legende lässt sich bis in die Zeit der mystischen dorgonischen Vorzeit zurückverfolgen. Die Töchter DORGONs scheinen innerhalb der männerzentrierten dorgonischen Gesellschaft immer einen Fremdkörper gebildet zu haben.
Innerhalb der umfangreichen Tempelanlagen auf Dom konnten die Priesterinnen ein weitgehend selbstbestimmtes Leben führen, was für die Masse der dorgonischen Frauen und Mädchen undenkbar war. Der Kult gestattete einen dreifachen Dienst,
der innerhalb des Priesterinnenordens als gleichwertig angesehen wurde. Eine Novizin erhielt zuerst eine umfassende Allgemeinbildung, bevor sie zur Priesterin geweiht wurde. Danach musste sie sich für einen der drei Wege entscheiden.

Cunferri – der Weg des Erzes.
Elemosin – der Weg der Barmherzigkeit.
Sociascorti – der Weg der Gefährtin.
CunferriElemosinSociascorti
Die überwiegende Mehrheit der Novizinnen wählten den Weg der Elemosin, der den Dienst als Pflegerin oder Heilerin umfasste. Der Weg der Gefährtin dagegen umfasst den öffentlichen Liebesdienst aber auch Unterhaltung und Beratung in allen
Belangen der Kunst und Philosophie. Den Weg des Erzes jedoch gehen nur wenige Frauen. Über sie wird in den dorgonischen Annales sehr wenig berichtet, da sie als gesellschaftlich ausgestoßen gelten. Cunferri waren die einzigen Frauen,
die in der dorgonischen Geschichte das Recht erhalten hatten, Waffen zu tragen. Im Unterschied zu den Sociascorti und Elemosin verehren die Cunferri zusätzlich die Göttin Bellona, die sie als ihre Urmutter ansehen.

In der Öffentlichkeit wurden die Töchter DORGONs jedoch oft nur als Tempelhuren angesehen, da in der Bevölkerung die Rolle der Sociascorti verallgemeinert wurde.

Welche Bedeutung den Töchtern DORGONs innerhalb der Historie des Kaiserreiches und der Republik zugemessen werden muss, kann nach dem bisherigen Stand der Geschichtsforschung nur äußerst unzureichend beurteilt werden, da in der
offiziellen Geschichtsschreibung Frauen als handelnde und verantwortliche Persönlichkeiten nicht existierten. Es kann daher nur vermutet werden, dass die Rolle der Priesterinnen DORGONs als weitaus bedeutender eingeschätzt werden muss,
als dies aus den offiziellen Annales der Rhetoricum Scientia hervorgeht.

Dorgonische Begriffe

Längeneinheiten:

1 digirtus = 1,5 mm

1 gardus = 16 digirtus = 24 mm

1 parsus = 256 gardus = 6,144 m

1 liesca = 256 parsus = 1572,864 m

Gewichtseinheiten:

1 scuprulum = 1,5 g

1 librus = 256 scuprulum = 384g

1 sercuncia = 256 librus = 98,304 kg

1 quadrasercun = 256 sercuncia = 25 165,824 kg

Sonstiges

Accordare – Akkorde

Imerialisiter – Kaisermarsch

Cohortes-Alaeum – (wörtl.: geflügelte Abteilung) – Raumlandetruppen

Tonga – dorgonisches Kleidungsstück (vgl. römisch Toga)

Phax Dorgona – (wörtl.: dorgonischer Friede) – Nur wer sich an die Gesetze hält, wird durch die Gesetze geschützt.

Mercantus – öffentlicher Markt

Rhetoricum Scientia (wörtl.: wissenschaftliche Redekunst) – Zentrale Akademie der Wissenschaften in der dorgonischen Hauptstadt Dom

Convivum – Gastmahl

Basilika (wörtl.: Säulenhalle) – Haus eines wohlhabenden dorgonischen Patriziers

Plebistribun (wörtl.: Volkstribun) – vom besitzlosen Volk (Plebs) gewählte Tribune

Plebs – Besitzlose

Annales (wörtl.: Jahrbücher) – Überlieferungen

Cunferri (wörtl.: Eisenfrauen) – spezielle Kaste der Töchter DORGONs, die das Recht hatten, Waffen zu tragen – der Weg des Erzes.

Elemosin (wörtl.: Almosen) – Überwiegende Mehrheit der Töchter DORGONs , die als Pflegerinnen oder Heilerin tätig sind – der Weg der Barmherzigkeit.

Sociascorti (wörtl.: öffentliche Frau) – entspricht dem Stand der griechischen Hetären – der Weg der Gefährtin.

Deversorii – Herberge, Hotel

Nidus (wörtl.: Nest) – Hotelzimmer

Equester – Ritter, Ritterstand – Hervorgehobener Bürger, der über ein bestimmtes Mindesteinkommen verfügen muss (auch Geldadel)

Dorgonische Kaiserliste

I. DORGONISCHE STERNENREICH

  • Domulus (91.000 v. Chr. 90.875 v. Chr.)
  • Romanus (90.875 v. Chr – 90.691 v. Chr.)
  • Romus XI (41.912 v. Chr – 41.700 v. Chr)

GALAKTISCHES IMPERIUM DORGON

  • Jusilus (1700 v. Chr – 1651 v. Chr.)
  • Brusasus (1651 v. Chr – 1521 v. Chr.)

NEUZEIT

  • Thesasian (1216 NGZ – 1292 NGZ)
  • Carigul (1292 NGZ)
  • Klausius (1292 – 1293 NGZ)
  • Nersonos (1293 NGZ)
  • Uleman (ab 1293 NGZ)