Mashratan

Astrophysikalische Daten:

Sonnensystem: 5. Planet des binären Sterns Mashritun
Entfernung Masseschwerpunkt: 0,96 AE
Durchmesser: 13.678 Kilometer
Schwerkraft: 1,04 G (bezogen auf Terra-Standard)
Temperatur: 19 C
Monde: 2 (Hugin und Mugin)

Die Wüstenwelt Mashratan (C) Roland Wolf
Die Wüstenwelt Mashratan
(C) Roland Wolf

Planetare Daten

Einwohner: ca. 870 Millionen
Hauptstadt: Vhrataalis
Staatsreligion: Vhratismus
Weitere bekannte Städte: Neoquarshi (Provinzstadt)

Bedingt durch die Besonderheit der binären Sonnen Mashritun A und B ist die Durchschnittstemperatur höher als auf der Erde. Hinzu kommt ein starker Treibhauseffekt durch einen höheren Kohlendioxidanteil in der Atmosphäre.

Der Wechsel zwischen Tag und Nacht folgt einem komplizierten System, das durch die Umlaufbahnen der beiden Sonnen um den gemeinsamen Masseschwerpunkt und die Achsneigung des Planeten von 29° bedingt ist. Aufgrund des niedrigeren Drehimpulses im Vergleich zur Erde beträgt die Tageslänge 28 Stunden. Das Verhältnis Tag zu Nacht beträgt im Durchschnitt etwa drei zu eins, wobei man eigentlich von zwei unterschiedlichen Tageshälften sprechen muss. Solange der Gelbe Zwerg hoch am Himmel steht, ist das gelbe Lichtspektrum vorherrschend. In den letzten Stunden des Tages allerdings wird das Spektrum mehr und mehr durch den Roten Zwerg bestimmt. Die vorherrschende Farbe des Himmels geht über Orange zu einem düsteren Rot über, bevor beide Sonnen nacheinander am Horizont des Planeten untergehen.

Die schroffe Landschaft der Wüstenwelt Masharatan. (C) Stefan Wepil
Die schroffe Landschaft der Wüstenwelt Masharatan.
(C) Stefan Wepil

Monde:

Mashratan wird von zwei Monden umkreist, deren Umlaufbahnen um ca. 90° versetzt sind. Munin erscheint von Mashratan aus gesehen etwas größer als Luna, während Hugin etwas kleiner erscheint. Die Topografie der beiden Monde gleicht weitgehend Luna, also eine durch ehemalige Vulkane und Meteoriteneinschläge geprägte Kraterlandschaft.

Munin
Durchmesser: 3247 km, große Halbachse: 234128 km, Umlaufzeit: 199 Tage

Hugin
Mittlerer Durchmesser: 3.821 km, Große Halbachse: 392.983 km, Umlaufzeit: 39 Tage

Durch die relativ nahen Monde wird ein starker Tidenhub ausgeübt, der sich jedoch, bedingt durch die fehlenden offenen Gewässer, nur auf den Mantel des Planeten ausübt. Folge sind regelmäßige Erdbeben, die auf Mashratan zum täglichen Leben gehören.

Auf Munin besteht eine im Aufbau befindliche Raumwerft, die Schiffe bis zur Schlachtkreuzergröße fertigen kann. Auf dem Mond sind darüber hinaus umfangreiche Abwehrstellungen im Entstehen, die zentral gesteuert werden sollen.

Hugin ist absolutes Sperrgebiet, zu dem nur Personen Zutritt haben, die durch den »Oberst« speziell legitimiert sind. Gerüchte besagen, dass dort umfangreiche Baumaßnahmen unter absoluter Geheimhaltung durchgeführt werden. Bekannt ist außerdem, dass zu Zeiten des Solaren Imperiums auf dem Mond eine Flottenbasis bestand, die allerdings während der »Jahre der Dunkelheit« in Vergessenheit geriet. Ob diese noch weiterhin besteht, ist unbekannt.

Blick über Mashratan (C) Roland Wolf
Blick über Mashratan
(C) Roland Wolf

Lebensbedingungen

Der Planet ist eine Wüstenwelt, die vorhandenen Wasservorkommen befinden sich überwiegend unter der Oberfläche. Freies Oberflächenwasser ist selten und wird durch unterirdische Quellen gespeist. Nur in den Polarregionen existieren größere Wasservorkommen in Form von kleineren Polkappen unter ausgedehnten Sanddünen. Von besonderer Bedeutung sind die teilweise im Tagebau abbaufähigen Rohstoffvorkommen, die im Vergleich zu Terra wesentlich umfangreicher sind. Im zentralen Sainahgebirge hat man zudem ausgedehnte Vorkommen an Hyperkristallen gefunden, die die Haupteinnahmequelle des Planeten bilden.

Topografische Struktur

Die Topografie Mashratans ist durch vier gewaltige Hochebenen geprägt, die sich etwa 200 bis 500 m über die den ganzen Planeten umspannende Sandwüste erheben. Die ersten Kolonialisten bezeichneten diese Hochebenen, im Andenken an ihre terranische Heimat, als Kontinente, obwohl auf Mashratan keine Ozeane mehr vorhanden sind. Die gewaltigen Sandwüsten, die die früheren Meere ausgefüllt haben, sind noch immer weitgehend unerforscht. In der Umgangssprache der Mashraten werden sie als der »Vorhof der Hölle« bezeichnet. Selbst die an das heiße Klima des Planeten angepassten Bewohner können in den ausgedehnten Tiefebenen ohne entsprechende Schutzkleidung nicht überleben, da hier Temperaturen bis über 60 C erreicht werden. Auch die hoch entwickelte Technik des 13. Jahrhunderts NGZ stößt hier an ihre Grenzen. Allein durch die Verwendung entsprechender Prallschirmfelder kann der mikroskopisch feine Staub daran gehindert werden, die Technik lahmzulegen. So beschränkt sich die menschliche Besiedelung auf die Hochebenen, die für mashratische Verhältnisse über ein »gemäßigtes« Klima verfügen.

Flugtour durch Mashratan - offenbar mit einem Gleiter von der Welt Tatooine. (C) Roland Wolf
Flugtour durch Mashratan – offenbar mit einem Gleiter von der Welt Tatooine.
(C) Roland Wolf

Innerhalb der kontinentalen Hochebenen befinden sich ausgedehnte Gebirgszüge, die oberhalb einer Grenze von ca. 3.000 m ein mit der Erde vergleichbares Klima aufweisen. Doch auch hier wirkt sich der fehlende Wasserkreislauf aus, Niederschläge sind äußerst selten. Bergspitzen über etwa 7.000 m weisen ausgedehnte Gletscher auf, deren Schmelzwasser die Hauptwasserquelle Mashratans darstellt. In den ausgedehnten Hochebenen herrscht eine Landschaft vor, die mit den Halbwüsten Terras vergleichbar ist. Allerdings sind auch größere Gebiete durch Sand- bzw. Geröllwüsten geprägt. Einzige Wasserquellen sind hier Oasen, deren Wasserquellen aus dem kontinentalen Tiefenwasser gespeist werden.

Große Salzwüste auf Mashratan
Große Salzwüste auf Mashratan: ein Beweis, dass hier mal Oberflächenwasser gegeben hat. (C) Stefan Wepil

Eine topologische Sonderrolle nimmt das Sainahgebirge ein, das eine Art gigantischen Kraterwall um die nördliche Polarregion bildet. Das Gebirge umschließt die im Andenken an Terra als Arktis bezeichnete Region in einem Dreiviertelkreis. Geologische Forschungen haben ergeben, dass hier in der Vergangenheit des Planeten ein gewaltiger Himmelskörper eingeschlagen sein muss. Eine der gängigen Theorien geht davon aus, dass es sich um einen dritten Mond oder auch um einen irregulären Kleinplaneten gehandelt haben muss, der durch seinen Impakt eine mashratanweite Klimakatastrophe verursacht hat. Mineralogische Untersuchungen haben nachgewiesen, dass der weitgehende Verlust des Oberflächenwassers durch diese kosmische Katastrophe vor etwa 70 Millionen Jahren verursacht wurde. Das Gebirge ist von ausgedehnten Erzschichten durchzogen, die die Grundlage der mashratischen Schwerindustrie bilden. Eine weitere Besonderheit Mashratans liegt darin, dass seit dem Impakt die Plattentektonik des Planeten weitgehend zum Erliegen gekommen ist, was bisher durch die Wissenschaft nicht erklärbar ist.

Landkarte von Mashratan in der Milchstraße (C) Stefan Wepil
Landkarte von Mashratan in der Milchstraße
(C) Stefan Wepil

Von besonderer Bedeutung für den wirtschaftlichen Aufschwung und das wachsende politische Gewicht Mashratans auf der galaktischen Bühne sind jedoch die umfangreichen Vorkommen verschiedener Hyperkristalle, die ebenfalls im Sainahgebirge entdeckt wurden.