Thibeau. Lothringen?«
Sie nickte.
Born kicherte vergnügt.
»Wissen Sie, woher ich das weiß? Vor einigen Jahren, genau genommen
im November 1941, war ich zu Besuch in Amerika. Genauer gesagt in
Chicago. Ich weiß gar nicht mehr, wie es dazu kam, jedenfalls war ich bei
diesem freundlichen Herrn Leo Tibo, und er zeigte mir seine US-
amerikanischen Peace Dollars, die er mit Leidenschaft sammelte. Wir
plauderten über Gott und die Welt – übrigens er sah damals im
Bolschewismus die größte Gefahr für die Welt – und kamen jedenfalls so
ins Gespräch über Herkünfte. Da sagte er, dass er aus Lothringen stammte
und seine Vorfahren in die USA emigriert waren. Und raten Sie einmal, wie
der Mann wirklich hieß?«
Das Pfeifen der Kanne ließ Adelé aufschrecken.
»Oh, der Kaffee ist fertig«, rief Niesewitz.
Born blickte die Französin erwartungsvoll an.
»Ich… weiß nicht?«, flüsterte sie.
»Thibeau. Mir ist entfallen, ob es seine Familie oder die seiner Frau war.
Jedenfalls, jetzt wird es noch interessanter. Die Tibos haben eine Tochter,
die einen Deutschen geheiratet hat. Deutsch-französisch-amerikanische
Freundschaft in dieser Zeit. Das ist doch brillant.«
»Hört sich nach Antizipation von Jules Verne an«, sagte Adelé.
Werner Niesewitz brachte zwei Tassen Kaffee. Ich holte mir zwei Becher
aus der Küche und schenkte Werner und mir ein. Die Vorstellung, dass
Franzosen, Amerikaner und Deutsche eines Tages ganz normal miteinander
umgehen würden, erschien sicherlich fantastisch, aber nicht unmöglich. Es
gab einige Franzosen, die mit den Besatzern kooperierten, und immerhin
hatten die Vichy-Franzosen sogar mit uns Frieden geschlossen. Es gab